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Thomas Hartung

SPD 22.07.2021 Sitzungen 7/54

b) Weitere Stärkung und Entwicklung der Digitalisierung des Thüringer Schulwesens

Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, nach der Comedy-Einlage fangen wir jetzt mal mit der ernsthaften Debatte an. (Beifall DIE LINKE, CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP) Die Digitalisierung an Schulen ist selten so intensiv thematisiert worden wie im letzten Jahr. Die Corona-Pandemie hat uns sehr deutlich gezeigt, wo wir bei der Digitalisierung stehen, nämlich ganz am Anfang. Wenn wir uns bewusst sind, was alles noch zu leisten ist, was wir alles noch in Angriff nehmen müssen, dann wird erst klar, was die Lehrerinnen und Lehrer in den letzten Monaten tatsächlich geleistet haben. Dann wird erst klar, was die Schülerinnen und Schüler tatsächlich geleistet haben, die eben anstatt normalen Unterrichts digitalen Unterricht aus der Distanz wahrnehmen mussten. Und wir nehmen auch wahr, wo überall die Probleme sind – dass es eben nicht einheitlich überall digitale Endgeräte gibt, dass es eben nicht einheitlich entsprechende Lehrkompetenz gibt, dass es eben nicht einheitlich die Verfügbarkeit von Online-Angeboten gegeben hat. Deswegen erklärt sich auch sehr deutlich, dass der digitale Unterricht des vergangenen Jahres eben nicht nur eine Erfolgsgeschichte ist. Es ist auch in Teilen bei manchen eine Geschichte von Unzufriedenheit, Demotivation und Überforderungsgefühl. Genau da müssen wir ansetzen und diesem Ansatz widmet sich unser gemeinsamer Antrag. Ich glaube, da ist wirklich durch die Zusammenarbeit der demokratischen Fraktionen etwas Gutes auf den Weg gebracht worden. Wir widmen uns auf der einen Seite den technischen Voraussetzungen, vom Glasfaseranschluss an der Mauer der Schule bis hin zum digitalen Endgerät. Wir widmen uns der Tatsache, dass allein das Zurverfügungstellen der Endgeräte noch nicht die Digitalisierung, den Unterricht, sicherstellt, sondern dass wir da sowohl die Kompetenz schulen müssen, mit diesen Geräten umzugehen, dass wir im Prinzip eine Qualitätssicherung, einen Standard für die verwendeten Apps und für die verwendeten Programme brauchen. Wir widmen uns der Tatsache, dass wir eine gewisse Vereinheitlichung sowohl der technischen Geräte als auch der verwendeten Software brauchen. Und wir bekennen uns dazu, dass damit Schulträger, Lehrerinnen und Lehrer und Schüler nicht alleingelassen werden dürfen. Das ist aus unserer Sicht ganz essenziell, dass wir eben sagen: Okay, wir brauchen hier einen Innovations- und einen Entwicklungsschub und der muss auch finanziert werden. Das ist meines Erachtens eine sehr intensive Betrachtung, die auch vernünftig ist. Wir haben uns darüber hinaus der Lehrerbildung gewidmet. Ja, wir müssen in der Ausbildung neuer Lehrer wesentlich intensiver darauf achten, dass die digitalen Angebote implementiert werden, und zwar als fächerübergreifendes Schulungsangebot, aber wir dürfen die Lehrer, die jetzt im Unterricht stehen, nicht vergessen. Auch die brauchen eine bessere Betreuung. Das haben uns, glaube ich, die vielen Erfahrungen aus den vergangenen Monaten gezeigt. Es sollte nicht mehr so sein, dass Lehrer handschriftlich Zettel schreiben, abfotografieren und in eine Whatsapp-Gruppe stellen, mal davon abgesehen, dass Whatsapp sowieso schwierig ist. Ich glaube, an dieser Stelle müssen wir Lehrer mitnehmen, wir dürfen sie natürlich nicht an den Pranger stellen, weil sie das nicht können. Genauso wie Herr Bergner haben auch viele andere das in der Schule eben nicht gelernt und das muss man nachholen. Dafür sind wir verantwortlich. Wir sind als Staat, als Regierung dafür verantwortlich, unseren wichtigen Angestellten, unseren wichtigen Beamten im Bildungswesen eine Möglichkeit einzuräumen, genau das nachzuholen, was sie gegebenenfalls noch nicht gelernt haben, nur dann können sie es auch vermitteln. (Beifall FDP) Auch diesem Punkt widmet sich unser Antrag. Und ja, wir brauchen eine Begleitung beim Thema des Datenschutzes, wir brauchen eine Begleitung bei der Frage von Urheberrechtsanerkennung. Wir sollten den gesamten Prozess wissenschaftlich begleiten, damit wir am Ende auch eine gewisse Auswertung haben können und damit die Denny Jankowskis dieser Welt im Prinzip aus Digitalisierung keinen Popanz mehr machen, den sie ablehnen können. Vielen Dank. (Beifall SPD)

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