Thomas Hartung
e) auf Antrag der Fraktion der AfD zum Thema: „Risikoabwägung und Kindeswohl statt ‚Regierungsimpfturbo‘ für Kinder und Jugendliche in Thüringen!“
Herr Jankowski, und wieder würde man sich wünschen, Sie hätten sich mal ein bisschen informiert. Die Frage, ob ich mich ohne Einwilligung der Eltern als Minderjähriger impfen kann, die ist doch nicht erst seit Corona interessant. Die gibt es spätestens seit der Einführung der HPV-Impfung. Da gibt es nämlich für junge Mädchen die Empfehlung, am besten vor dem ersten sexuellen Kontakt sich impfen zu lassen. Und natürlich möchten viele Mädchen nicht unbedingt mit ihren Eltern das vorher ausdiskutieren.
(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN) Deswegen gibt es für sie die Möglichkeit, sich gegen HPV impfen zu lassen, auch wenn sie a) minderjährig sind und b) die Eltern nicht einwilligen. Die Kinder und Jugendlichen sind ab einem gewissen Alter einfach mal geschäftsfähig – eingeschränkt – und das gilt auch für solche Entscheidungen. Herr Jankowski, das ist doch kein Skandal. Das ist normal. Wenn die Kinder das Recht haben, sich auch ohne ihre Eltern zu entscheiden,
(Unruhe AfD)
dann gehört es dazu, dass sie über dieses Recht informiert werden. Keiner sagt, dass die 12-Jährigen das dürfen. Das hat Herr Holter nicht gesagt. Er hat nicht gesagt, die 12-Jährigen können losgehen und sich impfen lassen – die 14-Jährigen und die 16-Jährigen gegebenenfalls aber schon und deswegen eine Information über die Rechte, auch die Information darüber, dass beispielsweise die 12-Jährigen die Einwilligung ihrer Eltern brauchen.
(Zwischenruf Abg. Czuppon, AfD: Sie haben
ja gar keine Ahnung!) Auch das gehört zur Information dazu, Herr Jankowski. Immer das Negative anzunehmen und immer das zu unterstellen, genau das zeichnet die Verschwörungstheoretiker und Demagogen aus. Zu denen gehören Sie offensichtlich.
(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN)
(Zwischenruf Abg. Czuppon, AfD: Nicht belei-
digend werden!)
