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Thomas Hartung

SPD 07.05.2021 Sitzungen 7/46

Digitalisierung an Grundschulen darf kein Selbstzweck sein

Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Wenn ich Herrn Jankowski reden höre, könnte ich versucht sein, zu glauben, er hat in seiner Jugend zu oft in ein Tablet geschaut, aber es kann ja nicht sein, da gab es die noch nicht. (Beifall DIE LINKE, CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die zunehmende Digitalisierung der Welt ist eine unumstößliche Tatsache. Sie bestimmt unsere Produktion, unseren Konsum, die Art und Weise, wie wir Medien erzeugen und konsumieren, wie wir Wissen erlangen und weitergeben, wie wir leben und kommunizieren. Wir alle machen das – wenn ich hier durch schaue, sehe ich relativ viele in ihre Handys, Laptops, Tablets usw. schauen – und natürlich machen das Jugendliche mit immer weiter absinkendem Alter auch schon. Zu glauben, das wäre nicht so, spiegelt eine Realität wider, die nicht die ist, die wir eigentlich vorfinden, wenn wir mal aus diesem Saal rausgehen. Man kann nun diese Form und dieses Ausmaß der Digitalisierung begrüßen, man kann ihm mit Skepsis begegnen, das steht ja jedem frei. Was man allerdings nicht kann, ist, es einfach zu leugnen, einfach so zu tun, als gäbe es das nicht und würde nicht alles, was wir im Prinzip im Erwachsenenalter tun, irgendwie mit Digitalisierung zu tun haben. Je früher wir erkennen, dass eben auch Jugendliche und Schüler in diese Welt eingeführt werden müssen, umso besser ist es für sie. Wenn wir es erkennen, bedeutet es ja auch, dass wir gezielt eine Schulung vornehmen können. Dass wir als Koalitionsfraktionen die Tatsache ernst nehmen, dass wir digitale Bildung frühzeitig vermitteln müssen, dass wir sie den Schülern nahebringen müssen, und zwar gezielt und kontrolliert nahebringen müssen, dieser Tatsache stellen wir uns mit einem Antrag, der im Ausschuss beraten worden ist mit den anderen demokratischen Fraktionen. Wir sind der Überzeugung, dass wir hier vorwärtsgewandt schauen müssen. Gerade die Krise, in der wir gerade sind, diese Pandemie zeigt uns, wo wir nacharbeiten müssen, wo wir schon einiges erreicht haben und wo wir noch am Anfang stehen. Und genau, weil wir diese Krise ohne digitales Lernen überhaupt nicht meistern könnten, denn dann wären in realitas über Monate tatsächlich alle Schüler komplett abgeschnitten vom Unterricht gewesen, und weil wir diese Krise ohne Digitalisierung nicht meistern können, ist es wichtig, dass wir sie ernst nehmen, dass wir sie gestalten. Ich bin froh darüber, dass wir im Ausschuss so breit aufgestellt darüber geredet haben, nicht nur Rot-Rot-Grün, sondern auch die demokratischen Oppositionsfraktionen. Natürlich hat da eine Sichtweise, wie die der AfD, überhaupt keinen Platz, die uns hier mit sinnfreien Initiativen eindeckt und zum Beispiel digitale Bildung so in einem Atemzug nennt mit erleichtertem Zugang zu Pornografie und Gewaltaufnahmen oder gar Onlinesucht und Ähnlichem. Das ist ein Bild, das hat mit dem, was wir unter digitalem Lernen verstehen, so gar nichts zu tun. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Diese offensichtlich der AfD zu komplexe Herangehensweise, die wir an den Tag gelegt haben, ist meines Erachtens verantwortlich, der Sache angemessen, der Entwicklung auch ebenso angemessen. Ich glaube, wenn wir – ich rede auch für die, die die Digitalanträge mitgetragen haben bzw. auch eigene eingereicht haben – das ernst nehmen, müssen wir erkennen, dass wir die Digitalisierung wesentlich intensiver begleiten müssen. Wir brauchen eine in allen Phasen der Lehrerbildung angesetzte Strategie, wir brauchen tatsächlich digitale Endgeräte, denn sonst sind die Schüler abgeschnitten, wenn es um Distanzlernen geht, sie sind abgeschnitten, wenn es darum geht, andere digitale Lerninhalte zu nutzen. Wir müssen im Prinzip auch Sorge dafür tragen, dass die Schulen die technische Ausstattung besitzen, dass die Schüler nicht nur zu Hause ihre Endgeräte nutzen können, sondern gegebenenfalls auch in der Schule. Dazu gehört, wie gesagt, ein Lehrer, der das alles begleiten kann. Ich glaube, diesem Anspruch werden wir gerecht mit unserem gemeinsamen Antrag, der dann aus dem Ausschuss zurückkommen wird. Dieser Antrag ist der Zukunft zugewandt und lässt den Verschwörungstheorien der AfD keinerlei Raum. Vielen Dank. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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