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Christoph Zippel

CDU 23.04.2021 Sitzungen 7/44

Pharmazeutische und (zahn-)medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen – Pharmazeutinnen und Pharmazeuten sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte in die Niederlassungsförderung aufnehmen

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kollegin Pfefferlein, vielen Dank für die Verbindung von Kuchenrezepten mit Anträgen. Dadurch, dass ich mich lieber nicht an den Herd oder an den Ofen wage, steige ich lieber direkt in die Beratung zum Antrag ein. Deswegen will ich einmal betonen, dass wir hier ein Thema haben, nämlich die medizinische Versorgung im ländlichen Raum, die auch schon mehrmals hier im Hohen Haus thematisiert wurde, vor allem unter dem Aspekt der Nachwuchsgewinnung, und das natürlich auch völlig zu Recht. Wir hatten ja auch in diesem Kontext intensive Diskussionen zu den Themen „Medizinstudienplätze“ und „Landarztquote“. Wir haben uns auch gestern schon gemeinschaftlich fast nostalgisch daran erinnert. Wir sind auch dort gemeinsam zu einer guten Lösung gekommen. Was die Thüringer Apothekerschaft betrifft, gibt es tatsächlich eine Altersstruktur, die Anlass zur Sorge gibt. Die Fachverbände warnen seit geraumer Zeit, dass die Zahl der Absolventen in diesem Bereich die Nachfrage nicht decken wird. Hinzu kommen veränderte rechtliche Rahmenbedingungen – ich sage nur das Stichwort „Versandhandel“. Vor allem für kleine und ländliche Apotheken ist dies ein Risiko. Und dann – wir erinnern uns noch daran – haben wir das zusätzliche Problem der Insolvenz eines Zahlungsdienstleisters für Apotheken gehabt, der die gesamte Branche doch sehr belastet hat und immer noch belastet – so viel muss man natürlich auch zugeben. Die betroffenen Apotheken geraten in wirtschaftliche Schieflage, und das ohne eigene Schuld. Nun ist es aber auch so, dass es bei den Apothekern ebenso wie bei den Zahnärzten noch keinen akuten Versorgungsmangel gibt, anders als natürlich auch beim Ärztemangel, den es punktuell durchaus gibt. Die Apothekendichte in den Städten ist noch sehr hoch, aber Thüringen besteht eben nicht nur aus Städten, sondern ist größtenteils ländlich geprägt. Deshalb ist es wichtig, eine solche Entwicklung auch im Blick zu haben. Wir müssen rechtzeitig gegensteuern und nicht erst handeln, wenn der Versorgungsmangel bei Apotheken und Zahnärzten da ist. Genau deshalb hatte die CDU schon in der vergangenen Legislaturperiode einen Antrag gestellt. Der Titel war: „Die Apotheke vor Ort erhalten – flächendeckende Versorgung durch Apotheken in Thüringen für die Zukunft sichern“. Der ging in eine ähnliche Richtung wie der hier vorliegende Antrag, war aber thematisch etwas breiter gefasst. Wir wollten damals die Erhöhung der Studienplatzkapazität für Pharmazeuten an der FSU Jena und die Attraktivität des ländlichen Raums für junge Absolventen erhöhen. Außerdem waren weitere Forderungen, die Unterstützung der Apotheken im ländlichen Raum durch Telemedizin und die Ausweitung des Botendienstes zur Unterstützung der Vor-Ort-Versorgung. Unser Antrag wurde damals leider von Rot-RotGrün hier abgelehnt – damals gab es noch eine rotrot-grüne Mehrheit. Sie sahen damals offensichtlich die Dringlichkeit für diesen Antrag nicht und da, muss man ehrlicherweise sagen, ist die FDP mit ihrem Antrag schon etwas weiter. Auch wenn man natürlich so manche Kritik an diesem Antrag formulieren könnte, (Zwischenruf Abg. Montag, FDP: Welche denn?) enthält der Antrag natürlich auch viel Richtiges. Was daran falsch und was daran richtig ist, werden wir dann ausführlich im Ausschuss diskutieren. Als ein Stichwort will ich vielleicht nur andeuten, Herr Kollege Montag, wenn Sie mich schon so auffordern: Die Ausweitung der Niederlassungsförderung ist sicherlich ein interessanter Aspekt, den wir diskutieren können, ebenso die Scouts für Pharmazeuten und Zahnmediziner, auch darüber kann man sicherlich nachdenken. Es lohnt sich durchaus, im Ausschuss intensiv zu diskutieren. Deshalb unterstützen wir die Überweisung des Antrags an den Sozialausschuss. Vielen Dank. (Beifall FDP)

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