Uwe Thrum
Horterzieher mit Lehrbefähigung stärken, Erlangung der Lehrbefähigung wieder ermöglichen
Sehr geehrter Präsident, werte Abgeordnete! Lieber Herr Reinhardt, ich habe noch nie so viel Quatsch auf einem Haufen gehört.
(Beifall AfD)
Ich habe es vorhin schon mal angesprochen: Ich bin Handwerksmeister und wurde 27 Jahre dafür bezahlt, Lösungen zu erarbeiten.
(Zwischenruf Abg. Rothe-Beinlich, BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN: Und wo sind sie?) Aber das, wofür Sie hier sitzen – Ihnen geht es nur darum, Konflikte zu schüren.
(Heiterkeit DIE LINKE)
Ihnen geht es nicht darum, Lösungen zu erarbeiten, sondern ausschließlich darum, hier Probleme und Konflikte zu schüren und zu erzeugen.
(Beifall AfD)
So kommen wir jedenfalls hier in Thüringen nicht voran.
(Beifall AfD)
Sie wissen genauso wie ich: Nur wer die Geschichte kennt, kann für die Zukunft lernen.
(Zwischenruf Abg. Henfling, BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN: Sie sind so süß, wenn Sie aus dem Poesiealbum zitieren!) Und deshalb möchte ich noch mal einen kurzen Abriss über die Fehlentwicklungen in der Thüringer Bildungspolitik aufzeigen. Ursache für den gravierenden Lehrermangel ist die desaströse Einstellungspolitik in den zurückliegenden 15 Jahren. Den Tiefpunkt hatte diese Entwicklung mit der CDU-geführten Landesregierung im Jahr 2007. Damals wurden ganze fünf Vollzeitlehrer hier in Thüringen eingestellt.
(Zwischenruf Abg. Tischner, CDU)
Als Folge dieser Politik fehlt uns heute eine gesamte Lehrergeneration an den Thüringer Schulen.
(Beifall AfD)
Der Unterrichtsausfall unter Rot-Rot-Grün hat sich noch mal verschärft – Sie kennen die Statistiken –, etwa 21.000 Unterrichtsstunden fallen im Schnitt in Thüringen wöchentlich momentan aus. Die Leidtragenden sind unsere Kinder und natürlich die gesamte Gesellschaft, denn diese Art von Bildungspolitik gefährdet die Leistungs- und Innovationsfähigkeit und somit die Zukunft unseres Landes.
(Beifall AfD)
Zwar ließ Bildungsminister Holter im Dezember vergangenen Jahres verlauten, dass in Thüringen in den nächsten zehn Jahren 8.000 neue Lehrer eingestellt und gebraucht werden. Aber was tun wir tatsächlich, um dieses Problem zu lösen? Die bisherigen Debatten im Bildungsausschuss haben jedenfalls nicht dazu beigetragen. Der Saale-OrlaKreis hat einen ständig steigenden Unterrichtsausfall zu verzeichnen. Dazu haben Sie in den letzten drei Jahren 17 Lehrerstellen im Plan abgebaut.
(Beifall AfD)
Wie passt das zusammen? Anstatt anzupacken, die Lehrer bürokratisch zu entlasten,
(Beifall AfD)
schnellere Bewerbungsverfahren durchzuführen, den Schulleitungen mehr Eigenverantwortung zu übergeben, wird durch eine aufgezwungene Inklusion und viel zu starre Schulämter eine gute Entwicklung ausgebremst – so sieht es aus.
(Zwischenruf Abg. Wolf, DIE LINKE: Haben
Sie Ihren Antrag gelesen?) Wir haben uns Gedanken gemacht, uns in den Schulen und Schulhorten umgehört, mit den Praktikern vor Ort gesprochen und daraus entstand dann dieser Antrag mit der Überschrift „Horterzieher mit Lehrbefähigung stärken, Erlangung der Lehrbefähigung wieder ermöglichen“. Zur Geschichte: Bereits vor 1990 gab es in der DDR die Möglichkeit für Horterzieher, im Unterstufenunterricht tätig zu werden. Ich bin 1981 eingeschult worden und ich weiß noch ganz genau zu berichten, welch gute Arbeit die Hortner damals eben auch im Bereich Bildung geleistet haben. Diese Lehrbefähigung wurde nach der Wende durch die CDU-geführte Landesregierung einkassiert. Rot-Rot-Grün führte im Jahr 2018 die Möglichkeit wieder ein, sodass die Hortner mit Lehrbefähigung aus DDR-Zeiten wieder unterrichten dürfen. Tatsächlich sieht es aber so aus, dass von den 770 Erziehern mit Qualifikation nur 122 die Möglichkeit des Unterrichtens nutzen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen wollen die Erzieher nach 30 Jahren Abstinenz gut auf ihre Arbeit in der Schule vorbereitet sein. Weiterhin ist der Einsatz im Unterricht auf maximal ein Jahr beschränkt und es sind nur sechs Unterrichtsstunden pro Woche möglich. Attraktive finanzielle Zuschläge gibt es nicht. Unser Antrag zielt darauf ab, die Horterzieher mit bereits bestehender Lehrbefähigung zu unterstützen und zu motivieren, entsprechend attraktive Zuschläge zum Gehalt zu ermöglichen, unbefristete Arbeitsverträge einzugehen und Vollzeit zu arbeiten und durch das Anbieten von Weiterbildung entsprechend eben auch fit zu machen für die neuen Aufgaben. Unser Hauptaugenmerk liegt aber vor allem darauf, dass mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung Bildungsangebote entwickelt werden, damit ein Erlangen der Lehrbefähigung im Grundschulunterricht in den Nebenfächern wieder möglich ist.
(Beifall AfD)
Ich bitte Sie: Lassen Sie uns die Grabenkämpfe zum Wohle unserer Kinder einmal überwinden und unterstützen Sie diesen Antrag. Wir beantragen jedenfalls die Überweisung an den Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport. Vielen Dank.
(Beifall AfD)
