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Olaf Müller

GRÜNE 18.12.2020 Sitzungen 7/31

Unternehmensgründungen und Unternehmensnachfolgen erleichtern – Meisterbonus und Meistergründungsprämie für Thüringen

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen und liebe Gäste, bei einer Bevölkerungszahl von rund 2,1 Millionen Menschen in Thüringen ist die Zahl von fast 30.000 Handwerksbetrieben beachtlich und beschreibt eine Handwerksdichte wie kaum in einem anderen Bundesland. Rund 150.000 Beschäftigte zählt die Branche und ist damit eine der bedeutendsten in Thüringen. Die Thüringer Handwerkerinnen tragen somit einen wesentlichen Teil zur Wertschöpfung in unserem Freistaat bei. Doch in der Statistik stecken nicht nur Erfolgsmeldungen, sodass wir in der Politik gefordert sind, geeignete Instrumente zu finden, um das Handwerk auch für zukünftige Generationen attraktiv zu gestalten. So sehen wir beispielsweise eine Zurückhaltung bei den Neugründungen von Betrieben und wissen gleichzeitig, dass in den nächsten Jahren rund 4.000 Betriebe einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin suchen werden. Wir wollen aber auch künftig im Thüringer Handwerk eine starke wirtschaftliche Stütze finden, weil Innovation und Fortschritt neben Tradition und alter Handwerkskunst zu den Grundfesten der handwerklichen Arbeit gehören. Seit Januar dieses Jahres diskutieren wir nun hier im Landtag verschiedene Instrumente, um einerseits den Nachwuchs für das Handwerk durch attraktive Rahmenbedingungen zu sichern und gleichzeitig die Vielfalt an Betrieben zu erhalten. Das gelingt uns einerseits durch die Förderung der beruflichen Bildung, geht über das Azubi-Ticket, das wir gerade finanziell für ein weiteres Jahr gesichert haben, und schlägt sich letztendlich bei der heute hier zu beschließenden Meistergründungsprämie und dem Meisterbonus nieder. Mit den letzten Instrumenten hoffen wir, speziell für die Meisterausbildung wieder mehr Schulabsolventinnen begeistern zu können. 1.000 Euro würde es so zukünftig für jede neue Meisterabsolventin und jeden neuen Meisterabsolventen geben. Auch diese Förderung haben wir gerade als Koalition beschlossen und werden wir voraussichtlich noch vor Weihnachten hier im Plenum des Landtags verabschieden. Mehr als der Meisterbonus liegt uns als Bündnisgrüne die Meistergründungsprämie am Herzen, denn durch sie wollen wir den rückläufigen Trend der Gründungen und Nachfolgen von bestehenden Betrieben auffangen und durch einen Auszubildendenzuschuss darüber hinaus noch attraktiver gestalten. Wir wissen, wie schwer und wie unsicher die momentane wirtschaftliche Situation auch für viele Handwerkerinnen ist. Gerade deshalb ist ein positives Signal aus der Politik zum jetzigen Zeitpunkt so wichtig. Wir drücken mehr als Wertschätzung für das Thüringer Handwerk aus. Wir garantieren damit eine Perspektive für viele junge Menschen im Handwerk und auf dem Weg zum höchsten Abschluss, der Meisterausbildung. Mein Versprechen, das ich hier beim ersten Plenum des Jahres abgegeben hatte, einen intensiven Dialog mit den Kammern zu führen, haben wir eingehalten und dadurch einen Instrumentenkasten zusammengestellt, mit dem auch die Handwerkskammern sehr zufrieden sein können. Noch im Januar hatte ich eine finanzielle Untersetzung der Maßnahmen mit einer Spanne von rund 1,5 bis 2 Millionen Euro angedeutet. Nun sind wir mit anvisierten 2,4 Millionen Euro noch ein Stückchen oberhalb dieser Werte gelandet: 2 Millionen Euro für die Meistergründungsprämie und 400.000 Euro für den Meisterbonus. Aber ich bin trotzdem zuversichtlich, dass wir hier die richtige Entscheidung getroffen haben und die Meisterinnen es durch fleißige Arbeit und ordnungsgemäß gezahlte Steuern auf der anderen Seite wieder mehrfach zurückgeben werden. In diesem Sinne werden wir als Grüne-Fraktion für die Meistergründungsprämie und den Meisterbonus stimmen. Vielen Dank. (Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN)

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