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Heike Werner

01.10.2020 Sitzungen 7/25

Fragestunde

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Namens der Landesregierung möchte ich die Anfrage wie folgt beantworten: Zu Frage 1: Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung wurden in Thüringen rund 520.000 Dosen Influenza-Impfstoff vorbestellt. Es ist also zu erwarten, dass mindestens diese Anzahl an Impfdosen zur Verfügung stehen wird. Zu Frage 2: Die Impfbereitschaft für die Influenzaimpfung war in den vergangenen Jahren gering. Weniger als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung mit chronischen Grundleiden und nur rund die Hälfte der Menschen über 60 Jahre hat das Impfangebot in Anspruch genommen. Mein Ministerium wird ab Oktober wieder mit einer eigenen Kampagne für das Impfen werben und dazu Informationsmaterial thüringenweit an Arztpraxen versenden. In der besonderen Situation im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie ist davon auszugehen, dass die Impfbereitschaft in der aktuellen Saison steigen wird. Eine Einschätzung in Zahlen ist der Landesregierung allerdings nicht möglich. Das wäre zu spekulativ. Zu Frage 3: In Deutschland wurden für die Grippesaison 2020/2021 insgesamt ca. 26 Millionen Impfdosen zur Verfügung gestellt. Für die Umsetzung der STIKO-Empfehlungen – also von Risikogruppen usw. – wären 40 Millionen Impfdosen notwendig. Da die Herstellung von Influenzastoffen sehr aufwendig ist – ein Herstellungszyklus dauert bis zu 18 Monate –, ist eine Nachproduktion trotz der aktuellen epidemiologischen Ausnahmesituation nicht möglich. Vor diesem Hintergrund würden die in Thüringen zur Verfügung stehenden Impfdosen vermutlich nicht ausreichen, wenn die Impfbereitschaft in den Bevölkerungsgruppen, denen von der STIKO die Impfung gegen Influenza empfohlen wird, bei 100 Prozent liegen würde. Angesichts der geringen Impfbereitschaft in den letzten Jahren wäre es allerdings bereits positiv zu bewerten, wenn sich die Impfbereitschaft in diesen Bevölkerungsgruppen auf 60 Prozent erhöhen würde. Für Deutschland kann ich sagen, dass von den Ärzten 20,3 Millionen Dosen für die Influenzaimpfung bestellt wurden. Zusätzlich hat das BMG erstmals in diesem Jahr weitere 6 Millionen Impfdosen nachbestellt. Insofern haben wir also eine Erhöhung um 20 Prozent bei den Impfdosen, die zur Verfügung stehen. Zu Frage 4: Gemäß der öffentlichen Impfempfehlung des Landes Thüringen wird die Schutzimpfung gegen Influenza für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat sowie Jugendliche und Erwachsene jeden Alters empfohlen. An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass damit nicht automatisch ein Anspruch auf Kostentragung für die über die STIKO-Empfehlungen hinausgehenden Impfungen besteht. Aufgrund der begrenzten Marktverfügbarkeit von Influenzaimpfstoffen sollte nach Ansicht der Landesregierung prioritär entsprechend der Impfempfehlung der STIKO gehandelt werden, um vordringlich besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen. Dabei ist zu beachten, dass in Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr tätige Menschen, wozu auch Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher gehören, bereits jetzt gemäß STIKO-Empfehlung eine berufliche Indikation für eine Influenzaimpfung aufweisen. Auch empfiehlt die STIKO für Kinder, die gemeinsam mit besonders gefährdeten Personen in einem Haushalt leben, sowie für Kinder mit bestimmten chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Asthma oder Diabetes, eine Impfung gegen Influenza. Der größte Effekt würde bestehen – so sagt das auch das RKI –, wenn die Impfquote vor allem von denen erhöht wird, die zu den Risikogruppen gehören. Wir denken, dass insofern auch die Impfdosen ausreichen werden. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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