Babette Pfefferlein
Dem Krebs den Kampf ansagen – Wirksame Therapien fördern, Neuerkrankungen reduzieren, Patientinnen und Patienten bestmöglich unterstützen
Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, die Krebsbekämpfung hat einen zentralen Stellenwert nicht nur in Thüringen, das kann auch ohne den FDP-Antrag ehrlich bejaht werden. Lassen Sie mich aber etwas zurückgehen: Das gemeinsame Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen ist seit 1997 über einen Staatsvertrag geregelt. Zu den Aufgaben des Krebsregisters gehört es, das Auftreten und die Trendentwicklung aller Formen von Krebserkrankungen zu beobachten und auszuwerten, die Grundlagen für die Gesundheitsplanung bereitzustellen und zu einer Bewertung von präventiven und kurativen Maßnahmen beizutragen. Mit Inkrafttreten des Thüringer Krebsregistergesetzes zum 30.12.2017 hat Thüringen eine zentrale Meldestelle für das klinische Krebsregister Thüringen. Das Universitätstumorzentrum am UKJ ist sehr gut aufgestellt, andere Bundesländer beneiden uns um dieses onkologische Zentrum. Hier werden jährlich mehr als 30.000 Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen behandelt. Die Zahlen der ambulanten Behandlungen liegen derzeit bei 22.000 Patientinnen und Patienten, stationär sind es mehr als 11.000, leider allerdings mit steigender Tendenz. Krebs wird heute besser und früher erkannt, kann durch die bessere Diagnostik aber auch deutlich besser behandelt werden. Aber es erkranken jedes Jahr allein in Thüringen Tausende Menschen daran, was für uns bedeutet, wir dürfen nicht nachlassen in dem Bestreben um eine flächendeckende Versorgung, denn das gehört auch zu einer Zukunfts- und Daseinsvorsorge. Es gehört aber auch dazu, die Versorgung von Krebspatientinnen und patienten zu jeder Zeit vollumfänglich sicherzustel‑ len. Da darf es eben keine Rolle spielen, ob jemand auf dem Land oder direkt neben der Uniklinik wohnt oder ob es Zeiten von Corona sind. Uns sind gleiche Chancen für alle besonders wichtig. Einkommen und sozialer Status haben immer noch einen viel zu großen Einfluss darauf, wie krank oder wie gesund wir sind. Nach meinem Verständnis muss eine gute Gesundheitsvorsorge eng mit einer guten Krankenversorgung gekoppelt sein, das heißt Angebote zur Beratung und Aufklärung, die wohnortnahe Versorgung mit speziell auf das konkrete Krankheitsbild abgestellter Versorgung, genügend ambulante und stationäre Angebote, die sowohl die medizinische als auch die psychotherapeutische Betreuung sicherstellen. Dazu müssen wir die Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten, Psychotherapeutinnen und -therapeuten dort fördern, wo die Menschen besonders auf einen Arztund Therapiesitz angewiesen sind, komplettiert durch regionale Versorgungszentren, die Gemeindepflege, mobile Praxisteams und telemedizinische Angebote. Wir wollen wohnortnahe Angebote der Krankenhausgrund- und regelversorgung. Die sta‑ tionäre Versorgung muss mit der ambulanten Versorgung gedacht werden. Das schafft auch die dringend notwendige Versorgungssicherheit im ländlichen Raum. Krebs ist eine schlimme Krankheit. Wer diese Diagnose erhält, für den verändert sich durch diese Diagnose plötzlich alles. Da braucht es die beste medizinische Versorgung und eine gute Begleitung, ein umfassendes Paket für die Zeit der Krankheit, Ansprechpersonen und Informationsmöglichkeiten, um sich gegebenenfalls zwischen verschiedenen Therapien entscheiden zu können. Auch in Krisenzeiten wie der jetzigen COVID-19-Pandemie muss unser Gesundheitssystem für Krebspatientinnen und -patienten funktionieren, darf die Versorgung unter keinen Umständen vernachlässigt werden. Risikopatienten mit Krebs müssen vor allen weiteren gesundheitlichen Problemen geschützt werden und dabei dürfen notwendige medizinische Behandlungen nicht zu kurz kommen. Meine Fraktion wird der Überweisung zustimmen. Herr Montag, ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zum Nichtrauchen, ich halte mittlerweile schon vier Jahre durch. Danke schön.
(Beifall DIE LINKE, CDU, SPD, BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN, FDP)
