Birger Gröning
Reform der Ausbildungsfinanzierung in den Gesundheitsfachberufen – Schulgeld für alle Gesundheitsfachberufe in Thüringen jetzt abschaffen
Sehr geehrte Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte als sogenannter Betroffener, da ich hier im schönen Thüringen Physiotherapeut bin, auch mal ganz kurz einen Beitrag zu der Thematik leisten. Ich habe mal eine kaufmännische Ausbildung kurz nach der Wende abgeschlossen, bin danach zur Bundeswehr gegangen – zwölf Jahre –, und dann hatte ich mit der Hilfe des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr die Möglichkeit, meinen Traumberuf erlernen zu dürfen und das war der Physiotherapeut. Vorher konnte ich es nicht, weil mir die 200, 300, 400 Euro monatlich einfach gefehlt haben, um diese Ausbildung bezahlen zu können. Natürlich kann man jetzt argumentieren, es gibt auch staatliche Schulen. Ja, natürlich, aber die Plätze sind begrenzt und an diese Plätze zu kommen, das ist schon eher ein Glücksgriff.
(Beifall AfD)
Ich hatte damals die Möglichkeit, über die Bundeswehr dieses zu finanzieren und habe das auch in der besagten Ausbildungseinrichtung in Gotha getan. Dort habe ich ordentliches Rüstzeug bekommen, um dann in einer hervorragenden neurologischen Fachklinik in Thüringen arbeiten zu dürfen. Das habe ich elf Jahre getan, und zwar auf der Intensivstation der Neurologie mit einer Bobath Aus‑ bildung, die auch wieder Geld gekostet hat. Und jetzt will ich mal auf den Punkt hinaus: Wenn wir es nicht schaffen, hier diese Schlüsselberufe wie die fachspezifisch ausgebildeten Physiotherapeuten und Ergotherapeuten auszubilden und unseren Patienten zur Verfügung zu stellen, gibt es für den einen oder anderen Patienten ein böses Erwachen: indem er nämlich die Hälfte seines Körpers nicht spürt und dann nicht die Hilfe bekommt, die er dringend benötigt, um wieder am sozialen Leben teilzuhaben. Rot-Rot-Grün und SPD, ich wünsche Ihnen diese Situation nicht, wenn Sie auf der Intensivstation die Augen aufschlagen und die Hilfe wird Ihnen nicht gegeben.
(Beifall AfD)
Wir brauchen hier ein striktes Handeln, wir brauchen hier die Unterstützung dieser Berufsgruppen. Hier muss natürlich klar sein, dass wir unseren ganzen Heilberufen die finanzielle Unterstützung geben, vielleicht sogar ein Ausbildungsentgelt, damit hier auch für die Zukunft geplant werden kann. Was ich auch noch anzähle: Diese teuren Weiterbildungen, die immer dann nach der Ausbildung noch auf die Einzelnen zukommen – dass man da diesen Berufsgruppen unter die Arme greift und sagt: Kommt, wenn ihr euch in die Richtung interessiert, dann los, entwickelt euch, qualifiziert euch, seid für unsere Patienten da und seid ihnen eine Hilfe, dass sie nicht aus dem sozialen Leben ausscheren können. Das ist das, was ich dazu sagen wollte. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Danke schön.
(Beifall AfD)
