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Lutz Liebscher

SPD 05.03.2020 Sitzungen 7/9

Baurecht weiterentwickeln – Holzbau stärken

Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben ja bereits im Januar-Plenum die Themen „Bauordnung“ und „Bauen“ und „Holz“ besprochen und uns ausgetauscht und da hat Minister Hoff bereits angekündigt, dass an einer Änderung der Thüringer Bauordnung bereits gearbeitet wird, um den Baustoff Holz anderen Baustoffen gleichzustellen und zum Beispiel auch den Hochhausbau mit Holz zu ermöglichen. Ebenso wurde angekündigt, dass diese Novelle zügig ins Kabinett geht. Sie sehen also, Herr Malsch, die Fachleute der Landesverwaltung arbeiten bereits daran. Dass der mehrgeschossige Holzbau erleichtert werden soll, hat das Kabinett bereits Mitte August letzten Jahres mit seinem Aktionsplan Wald beschlossen. Dort heißt es unter anderem in Ziffer 5, ich zitiere: „Dem Vorbild anderer Bundesländer folgend, soll durch die Änderung von § 26 Thüringer Bauordnung der mehrgeschossige Holzbau erleichtert werden. Künftig sollen tragende oder aussteifende sowie raumabschließende Bauteile, die hochfeuerhemmend oder feuerbeständig sein müssen, in Holzbauweise zulässig sein, wenn die erforderliche Feuerwiderstandsfähigkeit gewährleistet wird. […] Darüber hinaus wollen wir die Vorbildwirkung der öffentlichen Hand verstärken und auch im öffentlich finanzierten Bau, z.B. bei Schulen, Sport- und Kindertagesstätten den Holzbau verstärkt einsetzen.“ So steht es dort. Die Absicht, die Nutzung von Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen im Baubereich zu erleichtern, steht darüber hinaus auch im Zukunftsvertrag, den Linke, SPD und Grüne für diese Legislatur abgeschlossen haben. Das Thema ist also bereits umfänglich auf dem Schirm. Aber es braucht auch niemand anzunehmen, dass wir damit in puncto Nachhaltigkeit auf einem guten Weg sind. Es ist kein Selbstläufer und noch nicht nachhaltig, wenn wir das Bauen mit Holz besser als bisher ermöglichen. Nachhaltigkeit erreichen wir beim Bauen mit Holz vor allem dann, wenn wir das Holz nicht erst über große Strecken herankarren, sondern dafür das Holz nutzen, das in unseren Breitengraden verfügbar ist, und wenn hier regionale Wirtschaftskreisläufe und Wertschöpfungsketten – wie gerade eben schon angesprochen wurde – vorhanden sind. Angesichts der Katastrophe im Wald ist aber die Verfügbarkeit des Holzes keine Selbstverständlichkeit mehr. Holz steht als Rohstoff beileibe nicht unbegrenzt zur Verfügung. Das ist uns noch mal deutlich vor Augen geführt worden. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wie gesagt, die Änderungen sind bereits in Arbeit und wir sind uns hier im Grunde einig. Der Antrag wäre aber nicht unbedingt nötig gewesen, aber einer Annahme steht auch nichts entgegen. Deshalb werden wir dem Antrag heute hier zustimmen. Vielen Dank. (Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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