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Thomas Hartung

SPD 31.01.2020 Sitzungen 7/6

Praxisintegrierte vergütete Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher sichern

Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren, selten so viel Unsinn gehört. (Beifall DIE LINKE, SPD) Es ist ja nun einfach mal nicht zu leugnen, dass wir in der Vergangenheit durch Qualitätsverbesserungen tausend neue Erzieherinnenstellen im Kita-Bereich geschaffen haben. Das sind verbesserte Betreuungsschlüssel, ein verbesserter Betreuungsschlüssel ist eine verbesserte Qualität. Das hängt einfach miteinander zusammen. (Beifall DIE LINKE) Wer dann sagt, ihr habt zwar tausend neue Stellen geschaffen, aber qualitativ macht das nichts, der sagt sehr deutlich, was er von der Arbeit unserer Erzieherinnen und Erzieher hält, nämlich nichts. (Beifall DIE LINKE) Wenn tausend Leute mehr da sind, bedeutet das natürlich mehr Qualität. Auch die Bertelsmann Stiftung – Sie haben sie vorhin zitiert – geht davon aus, dass wir bis Ende der 2020er-Jahre 3.300 Erzieherinnen und Erzieher ersetzen müssen, die am Ende ihrer Berufstätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Wir müssen auch ein paar Erzieherinnen und Erzieher einstellen, weil wir mehr Kinder haben. Aber wir haben vor allem durch die erhöhte Betreuungsqualität, durch die erhöhten Personalschlüssel einen Bedarf von 9.100 Erziehern. Das ist das, was wir gemacht haben, das ist das, was wir durch verbesserte Qualität, verbesserte Anforderungen und verbesserte Zusagen an die Eltern, die ihre Kinder der Kita anvertrauen, erreicht haben. Natürlich brauchen wir diese Menschen, die die Kinder betreuen. Natürlich brauchen wir Menschen, die diese Ausbildung machen. Und es ist dringend erforderlich, dass wir neben der schulischen Ausbildung auch die praxisintegrierte Ausbildung etablieren, denn nur mit der vollschulischen Ausbildung können wir diesen Bedarf nicht decken, das ist ausgeschlossen. Das heißt, wir brauchen die praxisintegrierte Ausbildung. Wir brauchen sie nicht nur in dem Modellprojekt, aber wir müssen sie erst mal entwickeln. In diesem Antrag geht es jetzt darum, dass wir plötzlich ausgefallenes Geld ersetzen müssen. Das ist das, was heute auf der Tagesordnung steht, nichts anderes. Dass wir darüber hinaus noch mehr machen, steht doch völlig außer Frage. Dass wir uns überlegen, wie wir mit der Ausbildung in die Fläche gehen, ist doch völlig unstrittig. Aber jetzt müssen wir dieses Geld kompensieren. Es sind 120 Ausbildungsplätze, die zur Debatte stehen. Allein auf die ersten 60 Plätze gab es mehr als 300 Bewerber. Das heißt, das ist bei den jungen Menschen ein angenommener Weg, das ist ein anerkannter Weg und ich finde es richtig, dass wir dieses Ausbildungsangebot retten und dass wir den Weg gehen, hier weiter zu verfahren. Ich hoffe, dass wir dann beispielsweise im nächsten Jahr wieder einen Zuschuss vom Bund bekommen. Aber wir werden es auch ohne den Bund schultern. Mein Vorredner hat gesagt, wir als Rot-Rot-Grün hätten uns darauf verlassen und jetzt hätten wir diese Finanzierung nicht. Nein, es sind 5.000 Ausbildungsplätze in ganz Deutschland, die wegfallen. Nicht nur Rot-Rot-Grün hat sich darauf verlassen, dass das, was zugesichert wurde, gilt – alle haben sich darauf verlassen und alle müssen jetzt Wege finden, das weiterzuführen. Ich bin stolz darauf, dass wir uns auf den Weg machen und hier diese Ausbildung retten wollen, dass wir hier dieses Modellprojekt retten wollen, und ich bin mir sicher, das ist der richtige Weg. (Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich bin mir auch sicher, dass es sich bewährt, dass es sich so weit bewährt, dass wir es verstetigen, dass wir es in die Fläche bringen, dass wir es ausdehnen. Ich habe die 9.300 Fachkräfte als Bedarf genannt. Ja, da kommen wir mit 60 pro Jahr nicht weit – wir brauchen mehr. Wir werden entsprechende Vorschläge machen, wir werden vielleicht auch schon bei der Beratung im Ausschuss feststellen, dass wir da Vorstellungen haben. Ich bin mir sicher, dass wir da zu einem konstruktiven Ergebnis der demokratischen Fraktionen kommen. Das, was eben gesagt worden ist, lässt mich jetzt nicht hoffen, dass wir alle zusammenarbeiten, aber die Hoffnung hatte ich sowieso nicht. Vielen Dank. (Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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