Beate Meißner
a)Aktuelle Stunde auf Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Thema: „Institutionelle Förderung von Geburtshäusern und hebammengeführten Praxen in Thüringen schnell einführen“
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnetenkollegen, werte Zuschauer, unter der Überschrift „Institutionelle Förderung von Geburtshäusern und hebammengeführten Praxen in Thüringen schnell einführen“ behandeln wir heute ein Thema, was natürlich wichtig ist und wofür ich mir auch manchmal mehr Befassung hier im Hohen Hause wünsche. Aber ich muss ganz ehrlich sagen: Ich hätte mir auch vorstellen können, dass daraus ein Antrag seitens der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gemacht würde, damit man tatsächlich auch schnell eine Entscheidung hätte herbeiführen können,
(Zwischenruf Abg. Rothe-Beinlich, BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN: Ja selbstverständlich, das können wir auch gern noch machen!) um die Mittel, die im Haushalt eingestellt sind, letztendlich auch zu diesem Zweck fließen zu lassen.
(Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Jetzt ist es hier eine Aktuelle Stunde, von daher werden wir wieder nur Lippenbekenntnisse hören. Wir werden gespannt sein, wie schnell die Mittel, die im Haushalt eingestellt sind, auch bei den Hebammen und vor allen Dingen bei den Geburtshäusern in den drei großen Städten in Thüringen ankommen. Aber nichtsdestotrotz: Über Hebammen hier im Landtag zu sprechen, ist jedes Mal wichtig und richtig. Denn – man kann es nicht oft genug betonen – die Hebammen haben eine ganz zentrale Bedeutung für jedes Kind, für jede Familie, für jedes Elternteil, nicht nur hier in Thüringen. Wer selbst die Erfahrung gemacht hat, der weiß die Arbeit der Hebammen in Thüringen zu schätzen. Deswegen möchte ich es an dieser Stelle auch nicht versäumen, seitens meiner Fraktion allen Hebammen, die in Thüringen tätig sind, von Herzen zu danken und ihnen auch für ihre Arbeit, die sie hier jeden Tag leisten, Anerkennung zu zollen.
(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN) Aber heute soll es hier in der Aktuellen Stunde hauptsächlich um die Geburtshäuser gehen. Sie haben recht, die Geburtshäuser haben in Thüringen eine besondere Bedeutung. Das liegt auch daran, dass die Geburtshäuser in Gera, Jena und Erfurt seit der Einführung der akademischen Hebammenausbildung die zwölfwöchige praktische Ausbildung der Hebammen außerhalb der Hochschule durchführen und somit eine wichtige Arbeit leisten, um zukünftige Hebammengenerationen auszubilden. Deswegen ist es wichtig, dass wir hier zügig vorankommen. Aber ich sage auch ganz deutlich: Für uns als CDU-Fraktion gibt es auch größere Herausforderungen, beispielsweise im ländlichen Raum. So könnten wir uns vorstellen, dass sich Geburtshäuser dort ansiedeln, denn auch dort drohen Versorgungsengpässe. Momentan haben wir in den größeren Städten einen Mangel an Hebammen, sodass dort die Geburtshäuser schon eine wichtige Arbeit leisten. Aber wir müssen auch immer mehr verzeichnen, dass im ländlichen Raum gerade die kleineren Geburtsstationen Probleme haben, ihre Arbeit zu leisten bzw. Hebammen zu finden. Deswegen gilt es, dieses Thema nicht nur auf die Geburtshäuser beschränkt zu sehen, sondern wir als CDU wollen auch, dass die kleinen Geburtsstationen im ländlichen Raum aufrechterhalten werden. Deswegen haben wir schon 2015 in unserem Antrag, den wir hier im Landtag eingebracht haben, diese zentrale Forderung mit aufgenommen, dass es auch eine finanzielle Unterstützung für die kleinen Geburtsstationen gibt, dort, wo es Versorgungsengpässe bzw. keine Geburtshäuser gibt. Ich würde mir wünschen, dass diese Debatte vielleicht heute auch in diese Richtung geführt wird. Denn ich kann mich noch daran erinnern, als in Schmalkalden die Geburtsstation geschlossen werden musste. So weit darf es nicht wieder kommen. Wir müssen flächendeckend Geburtsstationen aufrechterhalten und dazu sollte man auch über eine finanzielle Förderung nachdenken. Uns als CDU-Fraktion ist die Förderung der Hebammen schon immer ein wichtiges Herzensanliegen. Deswegen haben wir auch in unserem Wahlprogramm ganz konkrete Forderungen aufgenommen, um nicht nur die kleineren Geburtsstationen am Leben zu halten, sondern auch für mehr Hebammen in Thüringen zu sorgen. Insbesondere das Thema „Familienhebammen“ war eines, das wir hier in Thüringen verstärkt angehen wollten. Denn gerade die Familienhebammen haben oftmals eine wichtige Arbeit zu leisten und wichtige Grundvoraussetzungen für Kinder in oft nicht einfachen Familienverhältnissen zu schaffen. Ein Blick nach Bayern sei an dieser Stelle abschließend auch noch erwähnt. Denn man muss ganz ehrlich sagen, gerade die bayerische Gesundheitsministerin Huml hat in den vergangenen Jahren gute Ansätze gefunden, wie man es schaffen kann, die freiberufliche Hebammenarbeit zu sichern und zu fördern. So kann ich nur hoffen, dass vielleicht das eine oder andere in den nächsten Jahren hier auch noch aufgegriffen wird, beispielsweise der Hebammenbonus oder auch die Niederlassungsprämie für Hebammen. Eines sei an dieser Stelle auch noch erwähnt: Gerade in den grenznahen Regionen wie beispielsweise in der Region Sonneberg sieht man, dass die Hebammen oftmals überlegen, welche Anreize sie in welchem Bundesland nutzen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
(Beifall CDU)
