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Jette Waldinger-Thiering

SSW 16.09.2026 Sitzungen 20/126

Sehr geehrter Landtagspräsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Tatsache ist, dass das Thema Mobbing seit mehr als zehn Jahren systematisch erforscht und bekämpft wird. Die Zeiten, in denen dieses Thema ignoriert und kleingeredet wurde, gehören schon lange der Vergangenheit an. Viele Fachleute an den Schulen bilden zusammen mit den Schulsozialarbeiter_innen, den Eltern und den Lehrkräften starke Bündnisse vor Ort. SchleswigHolstein geht gegen Mobbing an Schulen vor. Das zahlt sich aus. Das Gewaltmonitoring zeigte zuletzt eine abnehmende Fallzahl. Allerdings zeigen sich große regionale Unterschiede, was die Strategien gegen Mobbing angeht. Nicht an jeder Schule wird eine lebendige Schulkultur gelebt. Einen von Respekt und Unterstützung geprägten Umgang miteinander zu fördern, ist eine große Aufgabe. Grundlegend hierfür ist die Stärkung der personellen und sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Manche Aktion beschränkt sich meiner Beobachtung nach auf Einzelmaßnahmen, die nur unzureichend vernetzt sind. Gerade dort, wo sich die Folgen von Mobbing lautlos abspielen, sehen viele Schulleitungen gar keinen Anlass zum Handeln. Schulabsentismus, die Zunahme psychischer Krankheiten und nicht zuletzt ein innerer Rückzug betroffener Schülerinnen und Schüler wird oftmals nicht in Zusammenhang mit Mobbing gebracht. Das gilt insbesondere, wenn das Mobbing in den sozialen Medien, zum Beispiel in der WhatsAppKlassengruppe, stattfindet. Jede Schülerin und jeder Schüler hat ein Recht darauf, gesehen zu werden. Dafür müssen den Schulen die entsprechenden Ressourcen gegeben werden. Immer neue Forderungen an die Schulen zu stellen und ihnen immer neue Aufgaben zuzuweisen, ohne das mit den entsprechenden Mitteln zu unterfüttern, ist meiner Ansicht nach nicht der richtige Weg. (Beifall SSW, FDP und SSW) Die Schulen müssen vor Ort Strategien entwickeln und evaluieren können. Gerade bei Letzterem besteht eine große Herausforderung. Ein Mobbingverbot ist schnell erlassen und eine Anlaufstelle schnell benannt. Doch wer schaut wirklich in die Klassen? Wer koordiniert die Prävention und gegebenenfalls die Opferbetreuung? Ich höre aus den Schulen, dass man sich mehr Unterstützung wünscht. Hier sollten wir ansetzen. Ob dezentrale Interventionsteams allerdings die geeignete Maßnahme sein können, die Schulen zu unterstützen, kann ich noch nicht einschätzen. In Niedersachsen geht man den Weg, in den Schulen Mobbinginterventionsteams durch gezielte Fortbildung zu etablieren. Vielleicht sollten wir die dortigen Erfahrungen im weiteren Prozess berücksichtigen. Deshalb beantrage ich, die beiden Anträge in den Bildungsausschuss zu überweisen, damit wir sie weiter beraten können. (Beifall SSW, SPD und FDP)

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