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Anne Riecke

FDP 27.08.2026 Sitzungen 20/124

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe mich doch noch mal gemeldet, denn es macht mich ein bisschen traurig. Jeder hat hier das Recht, Fragen zu stellen, aber diese Fragen zu stellen, um das Anliegen von Bildungsgerechtigkeit ins Lächerliche zu ziehen, finde ich fragwürdig. (Beifall FDP, SPD und SSW – Peer Knöfler [CDU]: Die Unterstellung ist traurig!) Wir verlassen damit das Thema. Es sind ernsthafte Anliegen. Es gibt Schülerinnen und Schüler, die sich Klassenfahrten nicht leisten können. Die sind dann halt die ganze Woche krankgeschrieben oder kommen nicht zur Schule. Die unterschreiben natürlich diesen Zettel für die Klassenfahrten, und zu Hause wird dieser Zettel unterschrieben, wohl wissend, dass die Eltern diesen Betrag gar nicht zahlen können. Natürlich werden sie an den Schulverein verwiesen. Aber da ist eine große Hemmschwelle zu sagen: Ich kann mir die Klassenfahrt für meinen Sohn oder für meine Tochter nicht leisten. – Ich habe wirklich noch keine Klassenfahrt erlebt, und ich habe schon viele Klassenfahrten gemacht in meinem Leben, an der die gesamte Klasse teilgenommen hat. Das gibt es nicht. Es gibt immer Schülerinnen und Schüler, die das nicht können. (Martin Balasus [CDU]: Das stimmt nicht, was Sie sagen!) – Du bist vielleicht Gymnasiallehrer auf einem Gymnasium gewesen. (Martin Balasus [CDU]: Es geht immer!) Die Gemeinschaftsschule ist ein anderes Klientel. (Beifall FDP und SSW) Wir haben einfach Kinder und Jugendliche, die sich solche Sachen nicht leisten können, und darauf müssen wir achten. Es ist Bildungsgerechtigkeit, dass wir diese Kinder bedenken. Da geht es nicht um eine Klassenfahrt von 700 Euro, sondern wir haben da ganz andere. Da geht es um 250 Euro, um für eine Woche in die Jugendherberge nach Malente zu fahren. Auch das kann sich mancher nicht leisten. Wir reden auch über Lehrmittelfreiheit, über Verbrauchsmaterialien. Ganz häufig kommen diese Kinder nicht mit Schulsachen in die Schule, sondern sie setzen sich einfach hin und stellen die Arbeit eigentlich von vornherein ein. Sie sitzen nur da, weil sie nichts herauszuholen haben. Das heißt, sie geben schon vorher auf, weil sie in dem Moment schon abgehängt werden. Das wollte ich noch mal kurz sagen. – Vielen Dank. (Beifall FDP, SPD und SSW)

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