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Birte Pauls

SPD 18.06.2026 Sitzungen 20/121

Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! In den letzten Monaten haben wir uns sehr intensiv mit dem Thema und dem Bestattungsgesetz beschäftigt. Ein sehr sensibles Thema: Das Sterben gehört zwar zum Leben dazu, wir wissen nicht, wann und wie – das ist vielleicht auch ganz gut so –, aber auf die Art und Weise der Bestattung haben wir Einfluss, jedenfalls wenn man es zu Lebzeiten gut formuliert hat, es in den Gesprächen mit Angehörigen festgesetzt hat und das dann von den Hinterbliebenen so umgesetzt wird. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bestattungskultur genauso gewandelt wie die Gesellschaft selber. Wir leben in einer Welt der Individualisierung, die Wünsche werden vielfältiger und individueller. Ich finde es richtig, auf diesen Wandel angemessen zu reagieren. (Beifall ganzes Haus) Das neue Angebot der Reerdigung, das ohne Sarg und Einäscherung auskommt und die Leiche in einem mit Heu und Kräutern gefüllten Kokon wiegend zersetzen lässt, wird nachweislich angenommen. Ich muss gestehen, ich habe es mir selber vor Ort angeguckt, und das wäre eine Möglichkeit für mich persönlich. Auffällig ist, dass sich tatsächlich mehr Frauen als Männer für diese Bestattungsform entschieden haben und dass drei Viertel aus anderen Bundesländern kommen. Der Anbieter konnte transparent, wissenschaftlich begleitet und behördlich geprüft die Fragen und Kritik ausräumen. Für diese Transparenz bin ich sehr dankbar. Das hat uns in den ganzen Diskussionen sehr geholfen. Auch die katholische Kirche und die evangelische Kirche haben ihren ethischen und moralischen Segen gegeben, und ich glaube, das war auch für uns eine Hilfe in der Diskussion. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SSW und Marc Timmer [SPD]) Was sie nicht ausräumen konnten, ist ein vorhandenes Konkurrenzdenken auf dem Markt. Der Umsatz der Bestattungsbranche ist in Deutschland in den letzten Jahren konstant gestiegen und lag im Jahr 2025 bei 2,5 Milliarden Euro. 80 Prozent der Bestattungen waren Urnenbestattungen. Es geht also auch bei diesem hochsensiblen Thema ums schnöde Geld. Wir geben den Menschen im Land mit dieser Änderung des Bestattungsgesetzes eine weitere Möglichkeit der Bestattungsform, und ich bin mir sicher, dass andere Bundesländer uns folgen werden. Ich bedanke mich ganz herzlich an dieser Stelle für die gute interfraktionelle Zusammenarbeit und der Einigkeit in der Sache. Ich glaube, das ist dem Thema sehr sehr angemessen gewesen. – Vielen Dank. (Beifall ganzes Haus)

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