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Werner Kalinka

CDU 17.06.2026 Sitzungen 20/120

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Frage, wie wir leben wollen, ist eine politisch-philosophische und real ganz interessante. Allerdings, das haben Kolleginnen und Kollegen ja schon mehr oder weniger deutlich gesagt: Ihrem Antrag fehlen Prioritäten und Finanzierbarkeit. Sie können eine Debatte heute doch nicht mehr ohne die Frage der Bezahlbarkeit führen. Es werden sogar Eindrücke erweckt, was möglich sei, was aber nicht so ist. Es sollen bundesweit etwa 400.000 Wohnungen im Jahr gebaut werden, und wir werden wahrscheinlich nicht mal die Hälfte oder knapp die Hälfte hinbekommen. Ich glaube nicht, dass wir allein durch den sozialen Wohnungsbau die Priorität-Eins-Frage lösen, nämlich, dass wir mehr Wohnungen und Häuser bekommen. (Zuruf Thomas Hölck [SPD]) Ich glaube, dass wir Wege finden müssen, das private Kapital zu intensivieren, dass wir Wege finden müssen, über Bürgschaftsprogramme zum Beispiel Ältere, die ja meist keine Kredite mehr bekommen, so auszustatten, dass sie mit ihrem Eigentum etwas mehr machen und anbieten können, und das für die Mieterinnen und Mieter zu bezahlbaren Preisen. Wir haben im Wohnungsbau eine Realitätslücke – ich sage das nicht zum ersten Mal, es ist auch nicht ganz unbekannt – zwischen 18 Euro Erstellungskosten und einer Miete, die vielleicht zwischen neun und elf Euro anzusiedeln wäre. Wenn alles, was in dem Antrag steht, noch dazukommt, dann liegen wir nicht bei 18 Euro, dann liegen wir bei 25 Euro Miete. Diese Rechnung geht nicht auf. Statt dass wir uns zunächst einmal darauf konzentrieren, wie wir nicht nur mit gepumptem Geld den sozialen Wohnungsbau ankurbeln, wie wir Kapital freisetzen und intensiv – wie ich das angedeutet habe – auch den Bürokratieabbau und was alles dazukommt vorantreiben können, erweckt diese Debatte den Eindruck, als ob wir ein Stück von der Realität weg sind. Wir müssen bei der Finanzierbarkeit im Auge haben, dass heute Bauland in Dörfern, ganz direkt hinter Kiel, 350 Euro pro Quadratmeter kostet. Die Frage, ob mehr in den Städten wohnen oder auf dem Land, will ich offen lassen. Viele wohnen im ländlichen Bereich. Von daher, meine Damen und Herren, habe ich mich zu Wort gemeldet. Mir fehlt in diesem Antrag in der Tat die Bezahlbarkeit, die Priorität und die Freiheit, dass jeder selbst entscheiden kann, wie er wohnen will. Der eine sagt, meine Priorität hat das Eigentum. Der Nächste sagt, ich gebe das Geld dafür nicht aus, ich mache lieber was anderes. Das soll nicht schmälern, dass man noch mehr machen und darüber trefflich philosophieren kann. Quartiere sind manchmal durchaus hilfreich, und da kann man mehr machen, zum Beispiel mehr generationengerechte Angebote schaffen. Aber mein Petitum ist: Wir müssen real mehr Wohnungen für die Menschen schaffen. Nur dann wird der soziale Sprengstoff geringer werden. (Beifall CDU, FDP und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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