Uta Röpcke
Sie haben ja gerade gesagt, dass das Land überhaupt nichts tut. Mit dieser Organisationsentwicklungsuntersuchung wird aus meiner Sicht auch mit Landesmitteln tatsächlich was getan. Die Frage ist ja: Macht es wirklich Sinn, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt der Organisationsentwicklungsuntersuchung, die wir hier mehrheitlich befürworten, entscheiden, dass wir noch mal ein komplettes Konzept überarbeiten? Macht es nicht eher (Beate Raudies) Sinn, die Ergebnisse abzuwarten, die voraussichtlich im Herbst kommen und sich dann auf der Grundlage gemeinsam noch mal daran zu machen zu entscheiden: Machen wir ein großes Konzept? Womit müssen wir uns eigentlich beschäftigen? – Liebe Kollegin Röpcke, ich komme ja aus der Organisationsuntersuchung. Deswegen finde ich, man muss immer die Strukturen und die Abläufe untersuchen und gegebenenfalls optimieren. Organisationsuntersuchungen sind nichts Schlechtes. Da hat man immer spannende Ergebnisse zu gewärtigen. Trotzdem schließt das eine das andere ja nicht aus. Wenn wir uns heute auf den Weg machen und sagen, wir möchten ein Konzept für die Theaterlandschaft in Schleswig-Holstein, dann haben wir ja erstens noch keinen Cent Geld dafür im Haushalt. Das müssten wir ja erst bereitstellen. Wir müssten klären, was inhaltlich Punkt dieses Konzeptes sein soll. Selbstverständlich können wir dann die Ergebnisse dieser Organisationsuntersuchung und alle Zahlen aus den Theatern über Besucherzahlen und die Haushalte, als Vorgabe dem Organisationsuntersuchungsteam mitgeben, damit das dann einfließt. Deswegen schließt das eine das andere nicht aus, sondern das, was Sie uns hier vorschlagen, ist das übliche Muster: Probleme kleinreden und Lösungen in die Zukunft zu vertagen. (Beifall SPD, FDP und SSW) Wir brauchen keine weiteren Prüfaufträge und Untersuchungsaufträge, wenn dem keine echte Finanzierungszusage folgt, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall SPD und FDP) Keine von Ihnen beiden hat gesagt, wir machen jetzt diese Untersuchung und wenn wir das Ergebnis haben – das versprechen wir –, dann gucken wir uns das Geld an. (Zuruf Tobias Koch [CDU]) – Herr Koch, das kann man machen, Sie machen das bei Tausend anderen Sachen auch, aber bei der Kultur ist es immer vorbei. Der Alternativantrag ist eine Nebelkerze und dient nur dazu, sich über die Legislaturperiode zu retten, ohne den Theatern die dringend nötige Planungs- und Finanzierungssicherheit zu geben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Kultur ist kein Luxus, den man sich nur in guten Zeiten leistet. Kultur ist die Grundlage unserer Gesellschaft. Wer die Theater im Regen stehen lässt, gefährdet die kulturelle Identität unseres Landes. Lassen Sie uns daher den Weg des SSW gehen. Liebe Koalition, schmeißen Sie Ihr Herz über die Hürde, stimmen Sie dem SSW-Antrag zu! Wir tun es gerne – für ein starkes Theaterland, für eine echte Zukunftsperspektive und für eine verlässliche Finanzierung der Theater in Schleswig-Holstein. – Danke schön. (Beifall SPD, FDP und SSW)
