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Anne Riecke

FDP 26.02.2026 Sitzungen 20/112

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Stärkung von Jugendbeteiligung ist eine wichtige Aufgabe. Wer früh lernt, Verantwortung zu übernehmen, wer erlebt, dass die eigene Stimme zählt, der entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse. Gerade in Zeiten, in denen politische Debatten rauer werden, in denen sich Diskussionen in soziale Medien verlagern und Polarisierung zunimmt, ist es umso wichtiger, dass junge Menschen reale Räume der Mitwirkung erleben können. (Beifall FDP, SSW und Birgit Herdejürgen [SPD]) Das Engagement der jungen Menschen verdient Respekt. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie neben Schule, Ausbildung oder Studium Zeit investieren, um sich gegebenenfalls kommunalpolitisch einzubringen. Insofern ist es ausdrücklich zu begrüßen, dass wir uns mit der Frage beschäftigen, wie Jugendbeiräte und Jugendparlamente und das Ehrenamt besser unterstützt werden können. Demokratie muss konkret erfahrbar sein – in der Gemeindevertretung, im Jugendbeirat, in schulischen Gremien oder in Projekten vor Ort. Viele Jugendliche in Schleswig-Holstein übernehmen bereits Verantwortung. Sie engagieren sich ehrenamtlich, bringen ihre Ideen ein, organisieren Projekte und vertreten die Interessen ihrer Altersgruppen. (Anne Riecke) Sie beraten die Gemeinde- und Stadtvertretungen in Angelegenheiten, die Kinder und Jugendliche betreffen. Das reicht von Freizeitflächen, Sport- und Jugendangeboten, Schulwegen bis hin zur Digitalisierung in Jugendzentren. Sie bringen Themen aktiv auf die Agenda, indem Beteiligungsformate organisiert werden oder sie Rückmeldungen aus Schulen, Vereinen und Treffpunkten einsammeln und in die Kommunalpolitik zurückspiegeln – aber nicht in allen Gemeinden. Dieses Engagement verdient daher Anerkennung, aber es braucht auch verlässliche Rahmenbedingungen. Es ist aus unserer Sicht besonders wichtig zu überlegen, wie wir vor allem das Ehrenamt stärken können. Wir erleben leider, dass wir Schwierigkeiten haben, ehrenamtliche Stellen zu besetzen oder in vielen Vereinen und Verbänden den passenden Nachwuchs zu finden. Von daher ist es wichtig – der Gedanke ist richtig –, dass wir uns überlegen, wie wir ehrenamtliche Tätigkeit bereits in den Schulen thematisieren. Als Beispiel kann man hier das Internat Louisenlund nennen, in dem das Ehrenamt – wie THW und Feuerwehr – eine feste Verankerung hat und zentraler Teil des pädagogischen Konzeptes ist. Diesen Gedanken weiter in unsere Schulen zu tragen, würde helfen, dem Ehrenamt wieder mehr Anerkennung zu geben. (Beifall FDP) Wer Zeit investiert, Verantwortung übernimmt und sich für das Gemeinwohl einsetzt, leistet einen Beitrag für unsere Gesellschaft. Diese Leistung sichtbar zu machen, ist ein ganz, ganz wichtiges Signal. Anerkennung kann Motivation stärken, ohne den freiwilligen Charakter infrage zu stellen. Es ist daher wichtig, wenn wir in dieser Richtung aktiv werden, und deswegen unterstützen wir diese Anträge und befürworten eine Überweisung in den Ausschuss. (Beifall FDP, SPD und SSW)

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