Jette Waldinger-Thiering
Jo tak. Mange tak für die Einhaltung der Redezeit. Vielen Dank – mange tak. Für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erteile ich jetzt der Abgeordneten Catharina Nies das Wort. Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Bildungsarbeit mit kleinen Kindern ist richtig, richtig anspruchsvoll. Deshalb müssen wir darüber sprechen, wie sie pädagogisch ausgestaltet wird. Ich bedanke mich bei Ministerin Touré für die Vorstellung der neuen Bildungsleitlinien als pädagogischen Orientierungsrahmen für die frühkindliche Bildung in Schleswig-Holstein und bei allen Expertinnen und Experten, die an der Weiterentwicklung mitgearbeitet haben. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die Bildungsinhalte, die Pädagogik, das Ziel, Kinder in frühen Jahren gut zu begleiten – Menschen, die in Kita und Kindertagespflege arbeiten, sagen immer wieder, das sei ihre Motivation, das sei der Grund, warum sie diesen Beruf ergriffen haben. Die Fachkräfte in Schleswig-Holstein haben zu Recht hohe pädagogische Ansprüche an ihre eigene Arbeit, weil Kindertageseinrichtungen neben dem Elternhaus die zentralen Räume sind, in denen Kinder gut begleitet ihre Fähigkeiten entwickeln, ihre Erlebnisse verarbeiten sowie Rechte, Anerkennung und Teilhabemöglichkeiten erfahren und hoffentlich ihre kindliche Begeisterung und Kreativität ausleben können und sie gefüttert wird. Die neuen Leitlinien schärfen diesen Bildungsauftrag. Bildungswerte wie Demokratie, Inklusion, (Catharina Johanna Nies) Antidiskriminierung, Kinderschutz und Nachhaltigkeit werden Leitbild für Alltagssituationen in der Kita und auch in der Kindertagespflege, und anders als in den alten Leitlinien ist die Kindertagespflege hier nun voll adressiert. Es geht nicht nur darum, was Kinder lernen, sondern wie Bildung vermittelt wird. Dabei gibt es einen neuen Fokus auf die praktische Umsetzung und die Alltagsorientierung. Vom Ankommen in der Kita über die Mahlzeiten bis hin zum Umgang mit Konflikten: Alle Situationen werden als Bildungsgelegenheit verstanden und sollen so genutzt werden. Der Übergang zur Grundschule soll noch verbindlicher pädagogisch gestaltet werden, um die Bildungs- und Teilhabechancen für alle Kinder zu verbessern. Hier wird an all das angeknüpft, was wir bisher auf den Weg bringen konnten, um Kinder in Schleswig-Holstein stärker zu fördern, vor allem auch in ihrer sprachlichen Entwicklung: an unsere PerspektivKitas, an die Sprach-Kitas und an das neue EViVerfahren für die Viereinhalbjährigen, das gerade erprobt wird. Mit dem neuen Programm „KiTa für Alle“ wollen wir sicherstellen, dass frühkindliche Bildung für alle Kinder zugänglich gemacht wird – auch für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache oder für Kinder aus bildungsfernen Familien. Dafür holen wir die Familienzentren an Bord, und wir erhöhen die Zahl der PerspektivKitas von 50 auf 175. Ich habe gehört, dass das heute Morgen öfter in der Debatte belächelt wurde. (Zuruf Sybilla Nitsch [SSW]) Deswegen will ich noch einmal betonen, dass 3 Millionen Euro auf eine derzeitige Förderung der Familienzentren von 5,5 Millionen Euro eine Steigerung um 154 Prozent ist. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW – Heiterkeit SPD – Wortmeldung Sophia Schiebe [SPD]) – Ja, da kann man jetzt schon wieder anfangen zu lachen. (Kianusch Stender [SPD]: Ein Euro ist 100 Prozent mehr als null Euro! Nee, das war falsch. Zwei Euro sind 100 Prozent mehr als ein Euro!) – Ja gut, aber das ist ja nicht nichts. Das bedeutet einfach, dass die Familienzentren, die bisher 5,5 Millionen Euro zur Verfügung hatten, –
