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Christopher Vogt

FDP 28.01.2026 Sitzungen 20/108

Herr Kollege wenn Sie mir so genau zugehört haben, frage ich mich, warum Sie eine Rede vortragen, in der schon aufgeschrieben wurde, was ich gesagt haben könnte, bevor ich etwas anderes gesagt habe. Ich habe zum Beispiel nicht gesagt, dass das der Gamechanger sein wird. Ich habe gesagt, es könnte ein Gamechanger sein. Das sagt ja auch die Wissenschaft. „Listen to the science“, sagen die Grünen immer dort, wo es ins Programm passt. Machen wir es doch generell so, dass wir auch in anderen Politikfeldern, in denen es den Grünen nicht so entgegenkommt, ein bisschen mehr auf die Wissenschaft vertrauen. Ich will Ihnen sagen: Sie hätten auch den Reden der Ministerin und der Kollegin von der CDU zuhören sollen. Die haben de facto, die haben erst einmal nicht diese – – Eine Jubelrede habe weder ich gehalten noch sonst jemand. Ich habe gesagt, es hat Potenzial, und das Potenzial sollte man versuchen zu nutzen. Also unterstellen Sie mir bitte keine Sachen, die ich nicht gesagt habe. Schauen Sie einmal darauf, dass die Forschungsbeziehungsweise Bildungsministerin und der Energieminister an der Stelle völlig uneins sind. Das müssen Sie jetzt aufklären, nicht ich. – Das mache ich gerne, Herr Vogt. Das ist gar kein Problem für mich, denn dann haben Sie mir anscheinend gerade nicht richtig zugehört. Ich habe von der FDP allgemein gesprochen. Dass Sie da differenzierter waren, habe ich wertschätzend zur Kenntnis genommen. Ich bin auch an verschiedenen Stellen noch darauf eingegangen, dass Sie da deutlich abgestufter argumentieren. Die FDP auf Bundesebene hat da in anderen Debatten, die ich mir im Vorfeld angeschaut habe, um die Position der FDP zu verstehen, deutlich anders argumentiert. Das habe ich mir angeguckt. Da ist diese Geschichte, die ich erzählt habe, schon zu erkennen. Dagegen müssen wir eben mit deutlich mehr Fakten argumentieren. Dennoch sind wir Grüne für Forschung zu Fusionstechnologie. Das Erfreuliche ist, dass wir in Norddeutschland bei dem Thema Fusion hier in Schleswig-Holstein sogar weltweit Spitzenforschung betreiben. Das XFEL ist der einzige Laser der Welt, welcher Fusionsprozesse sichtbar machen kann. Natürlich unterstützen wir Grüne auch weitere Forschungsunternehmungen in Hamburg und Schleswig-Holstein zu diesem Thema. Langfristig hat die Fusionsenergie eben enorme Potenziale. Es ist tatsächlich so, wie es die Kollegin Wiebke Zweig gesagt hat: Wir in Schleswig-Holstein sind da vorne mit dabei und haben die Chance, hier in den nächsten Jahren weiter führend zu sein und profitieren zu können. Diese Potenziale müssen wir gerade im Forschungsstandort Norddeutschland unbedingt weiter erforschen, aber dabei ist wichtig, dass wir über klimaneutrale Fusionsenergie sprechen. – Herr Vogt, ich habe nicht gehört, dass Sie das Wort „klimaneutral“ erwähnt haben. (Christopher Vogt [FDP]: Doch, das habe ich gesagt!) – Okay, dann korrigiere ich mich gerne. Dann gucke ich mir das noch einmal an. Die Ministerin hat auf jeden Fall vorhin erwähnt, dass wir über klimaneutrale Fusionsenergie sprechen. Es ist wichtig, dass wir das immer mit im Blick behalten. Es ist das eine, wenn wir über die 40er-Jahre sprechen, (Malte Krüger) aber etwas anderes, ob es auch gelingen kann, in den 40er-Jahren klimaneutrale Fusionstechnologien zu nutzen. Da stelle ich noch einmal ein paar Fragezeichen hinter. Derzeit ist Fusionsforschung keine Allzweckwaffe gegen die Klimakrise, aber die gute Nachricht ist, dass wir schon heute hierzulande Technologien haben, die uns sicher, nachhaltig und bezahlbar mit Energie versorgen können. Genau bei diesen Technologien müssen wir ansetzen. Das sind die erneuerbaren Energien. Die müssen wir weiter ausbauen und weiterentwickeln. Die Wärmewende müssen wir genauso wie die Verkehrswende vorantreiben und bessere Energiespeicher entwickeln. Das ist der Weg zur Klimaneutralität. Dafür kämpfen wir Grüne tagtäglich und hier in Schleswig-Holstein seit Jahrzehnten erfolgreich. Gleichzeitig werden wir aber auch in der Industrie, im Verkehr, bei den Gebäuden oder in der Landwirtschaft weiter CO 2 reduzieren müssen, damit wir den Klimawandel eindämmen können. Wir tun ehrlicherweise beides. Wir bauen erneuerbare Energien massiv aus und entwickeln sie weiter. Zugleich erforschen wir eben die Potenziale der Kernfusion. So sieht seriöse Politik aus. Mit Scheuklappen auf den Augen auf nur eine Technologie zu starren ist das Gegenteil von Technologieoffenheit; es ist Technologieblindheit. Herr Vogt, eine Sache haben Sie uns vorgeworfen, nämlich dass wir ideologische Scheuklappen aufhätten. Das weise ich ganz klar zurück. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

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