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Dr. Heiner Garg

FDP 20.11.2025 Sitzungen 20/103

Vielen Dank, Frau Ministerin. – Vor dem Hintergrund dessen, was Sie gerade beschrieben haben und vor dem Hintergrund dessen – was ich teile –, dass das ein durchaus aufwendiges Verfahren ist: Könnten Sie meiner Auffassung trotzdem folgen, dass man auf die Phase 3 in Ihrem Schema, das ja insgesamt aus vier Phasen besteht, die das Kita- und das Schuljahr 2027/2028 betreffen, auch aufgrund der Erfahrung – und ich nenne jetzt nicht Hamburg, wenn man das nicht mit einem Stadtstaat vergleichen will, sondern beispielsweise Hessen – tatsächlich verzichten könnte und so den Prozess um ein Jahr verkürzt? Dann wäre man zwar nicht dort, wo der SPD-Antrag uns heute hinführen will, sondern dann wäre man bei einem Jahr später, aber man hätte sozusagen immer noch ein Jahr gewonnen. – Ja, wir haben das doch auch diskutiert, und wir haben auch überlegt, ob wir das schaffen könnten, schneller zu sein. Wir haben uns dagegen entschieden, und zwar aus dem Grund, den ich eben schon genannt habe: Wir halten es nicht für realistisch, tatsächlich im gesamten Land – und das wissen Sie doch auch, was das bedeutet – an allen Kitas mit allen Kitaträger_innen eine Fortbildung durchgeführt zu haben, die es ermöglicht, dass dieses Verfahren auch mit einer guten Qualität durchgeführt werden kann. Wir haben jetzt die zweite Phase gestartet. Das ist eine wahnsinnig große Menge Menschen, die sich jetzt zu Fortbildungen eingefunden hat. Wir haben eine erste gemeinsame Veranstaltung gemacht. Dafür müssen wir schon Hallen haben. Das geht schon nicht mehr in irgendwelchen kleinen Veranstaltungsräumen. Das geht schon gar nicht mehr in einer Schule oder schon gar nicht in einer Kita. Wir müssen die Menschen qualifizieren, und wir wollen sie gut qualifizieren. Es gibt ja nur eine Chance für jedes viereinhalbjährige Kind. Die gibt es ja nicht zwei- oder dreimal. Deswegen haben wir gesagt: Wir müssen die Personen so gut qualifizieren, dass wir sicher sein können, dass wir es im ganzen Land machen können. Sie wissen alle, was eine rechtliche Verpflichtung bedeutet. Eine rechtliche Verpflichtung für die Eltern bedeutet, wir haben auch als Land die rechtliche Verpflichtung sicherzustellen, dass es an jedem Ort in Schleswig-Holstein tatsächlich stattfinden kann, in jeder der 1.855 Kitas. Ehrlich gesagt – da können Sie jetzt gleich wieder mit mir schimpfen und wieder sagen, wir seien nicht ambitioniert genug – haben wir uns das nicht getraut, weil wir nämlich wissen, was dahintersteht. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Beate Raudies [SPD]: So viel zu „endlich mal machen“!) Weil das so ist, freue ich mich, dass wir heute den Vormittag dafür nutzen konnten, über dieses wahnsinnig wichtige Thema, dieses bildungspolitisch wichtige Thema, wieder einmal zu sprechen. Ich glaube, wir konnten deutlich machen, dass EVi wirklich ein wahnsinnig wichtiges Vorhaben ist, dass wir damit eine Veränderung haben werden, und zwar in Kita und Grundschule. Das bestätigen uns diejenigen Kitas und diejenigen Grundschulen, die schon teilgenommen haben. Auch das ist in einem Einführungsprozess ein wahnsinnig wichtiger Schatz, weil jede Grundschullehrkraft, die sagt: „Das ist toll, das macht zwar mehr Arbeit, aber das ist toll“, und jede Kitamitarbeiterin, die sagt: „Ja, ich habe mir das nicht vorstellen können, aber jetzt (Ministerin Dr. Dorit Stenke) merke ich, dass es gut ist“, doch ein Gewinn für das gesamte Verfahren sind. Das wird es multiplizieren und schneller voranbringen. In diesem Sinne danke ich, dass wir heute darüber sprechen konnten. Seien Sie versichert: Wir werden diesen Plan genau so umsetzen, wie wir es vorgestellt haben. Dann werden wir ein wunderbares Verfahren in diesem Land haben. Ich bin kein Mensch, der besonders stolz ist auf das, was er auf den Weg bringt, denn ich finde, das ist meine Aufgabe und meine Verantwortung. Ich sage Ihnen aber noch eines: Die Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Ländern, die gucken uns mit allergrößter Hochachtung an und sagen: „Vier Jahre, mein Gott, ihr habt Mut!“ Den Mut sollten wir haben, und darüber sollten wir uns auch freuen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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