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Christian Dirschauer

SSW 17.10.2025 Sitzungen 20/101

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lassen Sie mich ein bisschen anders anfangen: Zucker ist wichtig und ein wertvoller Energieträger, den der menschliche Körper braucht zum Atmen, zum Denken, zum Laufen. Zucker als Teil einer ausgewogenen Ernährung in Kombination mit einer entsprechenden Bewegung stellt kein Problem dar. Das ist wichtig zu sagen. Entscheidend ist die Menge. Mit einem hohen Zuckerkonsum – das haben wir gehört – steigt das Risiko, an Übergewicht zu erkranken. Er begünstigt Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Karies-Erkrankungen – das wurde bereits umfassend dargestellt –, aber auch Schlafstörungen oder (Christian Dirschauer) Konzentrationsschwächen gehören zu den Symptomen eines zu hohen Zuckerkonsums. Damit wird eine übermäßige Zuckeraufnahme zu einer Gefahr für die Gesundheit, und zwar für alle Altersgruppen. Unser Augenmerk muss sich in erster Linie auf Kinder und Jugendliche richten, auf die Altersgruppen, die die gesundheitlichen Gefahren durch ihr Konsumverhalten noch nicht oder nur in Teilen adäquat einschätzen können. So wurden für die Kleinsten bereits vor einigen Jahren Regelungen auf den Weg gebracht, die den Zusatz von Zucker in Tees für Säuglinge und Kleinkinder verbieten. Zudem sind sie gekennzeichnet mit dem Hinweis, dass auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten verzichtet werden soll. Somit ist es gelungen, versteckte Zuckerzusätze in Tees und Säften für Säuglinge und Kleinkinder zu verbieten. Warum? Auch damit sie gar nicht erst auf den Geschmack kommen. Es geht also, wenn der politische Wille vorhanden ist. Diesen Schritt gilt es nun auf andere zuckerhaltige Getränke auszudehnen, um insbesondere Kinder und Jugendliche vor den Gefahren eines zu hohen Zuckerkonsums durch Soft- und Energydrinks zu schützen. Dabei geht es jedoch nicht um ein Verbot von Zucker als solches, sondern um eine Abgabe auf Zucker als Lenkungsinstrument, um den Konsum zuckerhaltiger Getränke zu senken. Dieses Ziel verfolgen beide Anträge. Bei der SPD geht es – wir haben es gehört – um eine nationale Herstellerabgabe auf besonders zuckerhaltige Lebensmittel, bei der Koalition um eine nationale Zuckersteuer auf besonders zuckerhaltige Lebensmittel beziehungsweise im ersten Schritt Soft- und Energydrinks. Beide verfolgen das gleiche Ziel, wobei ich sagen muss, dass mir an einer Stelle der Antrag der Koalition etwas besser gefällt, an anderer Stelle gefällt mir der Antrag der SPD besser. Ich halte es für richtig – da sind wir beim Antrag der Koalition –, die Mehreinnahmen aus der Zuckersteuer für gesundheitsfördernde Maßnahmen zu nutzen. Ich finde diesen Ansatz genau richtig. (Beifall SSW und CDU) An dem Antrag der SPD finde ich richtig – da ist die Koalition ein bisschen zurückhaltender –, eine Zuckersteuer auf weitere zuckerhaltige Produkte auszuweiten. Das halte ich für unausweichlich, denn das Problem mit offensichtlichen und versteckten Zuckermengen beschränkt sich nicht allein auf Soft- oder Energydrinks. (Beifall Dr. Michael Schunck [SSW]) Sitzung (neu) – Freitag, 17. Oktober 2025 7615

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