Werner Kalinka
Herr Kollege, ist Ihnen bekannt, dass schon in den 60er-Jahren – – (Heiterkeit SPD) – Ich finde toll, dass, bevor man eine Frage stellt, schon gelacht wird. Das ist ein super Niveau. Sitzung (neu) – Freitag, 17. Oktober 2025 7603 (Zuruf SPD) Herr Kollege Krüger, ist Ihnen bekannt, dass schon in den 60er-Jahren der Übergang von der Realschule aufs Gymnasium möglich war, sogar ohne Kooperationsverträge zu haben? – Sehr geehrter Herr Kollege Kalinka, das ist mir bewusst. Ich habe das sehr deutlich für eine spezifische Stadt dargestellt, um auszudrücken, dass es dieses Problem in bestimmten Städten gab. Sicherlich war es (Unruhe) für Schülerinnen und Schüler möglich, zum Beispiel an anderen Gymnasien fortzufahren. Das wollte ich jetzt aber nicht in Abrede stellen, sondern ich wollte auf bestimmte Probleme innerhalb eines Ortes hinweisen. Darauf habe ich hingewiesen. (Beifall Kianusch Stender [SPD]) Jetzt muss ich kurz nachschauen, weil ich eigentlich schon beim SPD-Antrag war, aber es ist schön, dass Sie das Thema so interessiert. – Ich komme auf meine Ausführungen zurück und setze fort mit der durchschnittlichen Besetzungsquote. Momentan werden zu Stichtagen im August und Oktober die Stellenbesetzungen überprüft. Wovon die SPD in ihrem Antrag die Durchschnittswerte ableiten möchte, bleibt mir ehrlicherweise auch nach Ihrer Rede unklar. Diese Zahlen sagen ohnehin weniger darüber aus, wie viel Unterricht tatsächlich ankommt. Sie erzeugen vor allem eins: zusätzlichen Verwaltungsaufwand ohne praktischen Mehrwert. Das Recht auf Bildung gilt in Deutschland für jedes Kind. Es ist in unserer Verfassung verankert, und dieses Recht wird erfüllt. Seit 2018 – darauf hat der Kollege Balasus hingewiesen – liegt die Unterrichtsversorgung bei über 100 Prozent. Damit wurde eine wichtige Weiche gestellt, von der wir heute noch profitieren. Erst seit dieser Zeit können Stundentafeln annähernd vollständig umgesetzt werden. Ich habe das in den vergangenen Monaten bereits ausgeführt, dass wir bei möglichen finanziellen Spielräumen nachsteuern wollen. Wir Grüne sind sofort bereit, freiwerdende Mittel für die Unterrichtsversorgung einzusetzen. Natürlich fallen momentan Stunden aus – vor allem aufgrund von Krankheit. Aber der Vertretungsfonds bietet eine Vorsorge mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten und dem klaren Ziel, den Unterrichtsausfall so gering wie möglich zu halten. Wir setzen uns auch für die Lehrkräftegewinnung ein: vom erleich- (Malte Krüger) terten Quereinstieg über duale Masterstudiengänge bis hin zur besseren Verzahnung der Ausbildungsphasen. Das wollen wir in dieser Legislaturperiode voranbringen. Die SPD zeichnet in ihrem Antrag ein düsteres Bild, das so nicht stimmt. Ja, es gibt Herausforderungen, aber wir werden sie nicht durch immer neue Bürokratie lösen. Mehr Tabellen und Durchschnittswerte bringen keine einzige zusätzliche Unterrichtsstunde und keine einzige neue Lehrkraft, eher das Gegenteil: Sie binden die Arbeitskraft von Lehrkräften. Wir als Grüne fordern etwas anderes: Wir wollen keine zunehmende Bürokratie, sondern mehr Freiräume für unsere Lehrkräfte. Wir brauchen eine gezielte Entlastung der Schulen. Wir brauchen multiprofessionelle Teams. Wir brauchen eine Bildungspolitik, die die Energie der Lehrkräfte auf das Wesentliche lenkt, –
