landtag.ltsh.de ↗

Jasper Balke

GRÜNE 26.09.2025 Sitzungen 20/98

Kein Dissens, Herr Kollege. – Es kommt auch noch ein Punkt hinzu, nämlich, dass wir merken, dass junge Medizinerinnen und Mediziner nicht mehr so gewillt sind, in die Selbstständigkeit zu gehen, wie das in der Vergangenheit der Fall war. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Serpil Midyatli [SPD], Birte Pauls [SPD] und Dr. Heiner Garg [FDP]) Das heißt, eine Anstellung in einem solchen kommunalen Versorgungszentrum ist natürlich für viele deutlich attraktiver. Ich sehe, dass dieser Anreiz ein zusätzlicher ist, der generiert werden kann. Ich möchte nur – weil Sie das in Ihrer Rede vorhin richtigerweise auch getan haben –, einmal ein bisschen die Erwartungshaltung einordnen. Denn wir haben die Situation, dass wir so viele Arzt-Patienten-Kontakte in Deutschland haben wie in wenigen anderen Ländern auf der Welt. Wir haben mit die höchste Versorgungsdichte von Ärztinnen und Ärzten im internationalen Vergleich: 4,5 sind es auf 10.000 Einwohner; im OECD-Vergleich sind es 3,7. Also wir haben da ein Mismatch zwischen dem, was eigentlich als Angebot da ist, und dem, was als Nachfrage kommt. Das ist ein Punkt, mit dem wir uns unbedingt auseinandersetzen müssen, der aus meiner Sicht sogar noch die größere Hebelwirkung entfalten kann als das, worüber wir heute sprechen. Aber darüber werden wir dann weiter im Ausschuss reden.

Alle Reden von Jasper Balke Protokoll ↗