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Wiebke Zweig

CDU 24.09.2025 Sitzungen 20/96

Vielen Dank. – Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Stellen Sie sich vor, unsere Schülerinnen und Schüler wären schon in jungen Jahren bestmöglich auf jede Krise – ob Sturmflut, Cyberangriff oder Stromausfall – vorbereitet. In ihrer Schule üben sie regelmäßig Evakuierungen, lernen Erste Hilfe. Sie erfahren, wie man die Informationen für den Notfall prüft, und entwickeln Pläne für den Ernstfall. Zu Hause sprechen sie mit ihren Familien über Notfallversorgung und Verhaltensregeln. Diese jungen Menschen wachsen zu verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürgern heran, die wissen, was im Notfall zu tun ist. – Klingt vorbildlich, oder? Leider ist eine solche Vorbereitung auf den Ernstfall noch nicht Realität. Dabei leben wir längst nicht mehr in einer Zeit, in der Sicherheit selbstverständlich ist. Über Generationen hinweg konnten wir in Europa in Frieden leben. Viele von uns und unsere Kinder kannten Krieg nur aus den Geschichtsbüchern. Doch der Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2020 hat dieses Vertrauen erschüttert. Plötzlich ist das Undenkbare wieder Wirklichkeit geworden. Frieden ist kein Naturgesetz, Sicherheit kein Automatismus. Diese bittere Erkenntnis hat Ängste geweckt und zugleich offengelegt, wie verletzlich unsere Gesellschaft ist, wenn äußere Bedrohungen oder innere Krisen auf uns treffen können. Doch nicht nur die Gefahr militärischer Konflikte fordert uns heraus. Auch die Natur zeigt uns immer deutlicher ihre zerstörerische Kraft. Das Ostseehochwasser im Jahr 2023 steht stellvertretend für die Zunahme von Extremwetterereignissen, die uns in Zukunft häufiger treffen werden. Katastrophenund Bevölkerungsschutz müssen deshalb wieder stärker in den Mittelpunkt unseres politischen Handelns rücken. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Es geht nicht allein um Technik und Organisation, sondern um die Widerstandskraft unserer gesamten Gesellschaft, um Resilienz, sowohl praktisch als auch psychisch. Unser Bildungssystem trägt dabei eine besondere Verantwortung. Es soll junge Menschen nicht nur auf Ausbildung und Beruf vorbereiten, sondern auf das Leben selbst. Dazu gehört auch, sie mit Bedrohungen unserer Zeit vertraut zu machen und ihnen zu zeigen, wie sie in Gefahrensituationen handlungsfähig bleiben können. Das muss kein generelles Schulfach sein, aber es muss fester Bestandteil des Lernens werden. Andere Länder sind uns hier voraus. In Großbritannien beispielsweise gehören Katastrophenschutzübungen an Schulen längst zum Alltag. Dort wird der Ernstfall geprobt – nicht, um Angst zu schüren, sondern um Sicherheit zu vermitteln. Davon können wir lernen. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Annabell Krämer [FDP]) Unsere Schülerinnen und Schüler sind in den vergangenen Jahren ohnehin schon mit Krisen konfrontiert worden: mit einer Pandemie, mit den Folgen des Klimawandels, mit Bildern eines Krieges in der Ukraine. Viele fühlen sich überfordert von diesen Nachrichtenfluten. Wir dürfen sie damit nicht alleinlassen. Wir müssen Wege finden, ihnen die Angst zu nehmen, ohne die Risiken zu verharmlosen, und ihnen zugleich konkrete Handlungsoptionen aufzeigen. Wir fordern ein umfassendes Konzept, das den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz nachhaltig stärkt. Kinder und Jugendliche sollen früh lernen, sich zu schützen, anderen zu helfen und in Krisen handlungsfähig zu bleiben. Ein landesweiter Aktionstag bringt dabei Hilfsorganisationen und Einsatzkräfte direkt in die Schulen, um Wissen und Erfahrungen weiterzugeben. Zudem werden Unterrichtsinhalte zu Naturkatastrophen und Bevölkerungsschutz ausgebaut. Entscheidend ist eine enge Vernetzung aller Beteiligten, von Schulen über Kommunen bis hin zu den Einsatz- (Wiebke Zweig) kräften, damit Informationen gebündelt und Kräfte im Ernstfall effizient eingesetzt werden können. Der landesweite Aktionstag bietet zudem eine besondere Gelegenheit, junge Menschen direkt mit den Hilfsorganisationen in Kontakt zu bringen, ihnen die Bedeutung des freiwilligen Engagements nahezubringen und so den Nachwuchs zu sichern, der für ein starkes Hilfesystem unverzichtbar ist. Stellen wir uns vor, dies würde Wirklichkeit: Kinder, die schon früh wissen, wie sie sich und anderen in Krisensituationen helfen können. Schulen, die Sicherheit nicht nur lehren, sondern leben. Familien, die vorbereitet sind, weil Wissen und Übung selbstverständlich geworden sind. Damit genau das Realität wird, bitte ich Sie heute um Ihre Zustimmung. – Vielen Dank dafür. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SSW und Annabell Krämer [FDP])

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