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Jette Waldinger-Thiering

SSW 25.07.2025 Sitzungen 20/95

Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Gute Bildung braucht gute Räume. Ja, das stimmt. Die Lernumgebung kann maßgeblich zum Lernerfolg beitragen, und durch angemessene Lernräume schaffen wir eine positive Grundlage für den Schulalltag. Wenn ein Schulträger jetzt Geld in die Hand nimmt, um seine Schule aus- und umzubauen, dann muss (Jette Waldinger-Thiering) alles mitgedacht und somit zukunftsorientiert und nachhaltig geplant werden. Die Inklusion muss unbedingt mitgedacht werden. Es muss barrierefrei gebaut werden. Gerade im Hinblick auf die Doppelnutzung durch das Ganztagsangebot muss Flexibilität in der Raumnutzung geschaffen werden. Es müssen Multiräume geschaffen werden, die vielseitig genutzt werden können und somit den aktuellen Anforderungen im Unterrichts- und Ganztagsalltag gerecht werden. Aufgrund schlechter Bausubstanz und zu kleinen Räumen für zu viele Schüler und Schülerinnen werden in manchen Schulgebäuden belastende Dezibelgrenzen überschritten. Das bedeutet für alle Anwesenden Stress. Hier gilt es, Gesundheitsprävention in Form von Baumaßnahmen zu betreiben. Adäquate Raumgrößen und Schallschutz sind nötig, um den Schülerinnen, den Schülern und den Lehrkräften ein gutes Arbeitsklima zu ermöglichen. Von Schülervertretungen und Schulen hören wir immer wieder das Problem mit den veralteten Schultoiletten, das hier auch schon angesprochen wurde. Viele Toiletten in Schulen sind einfach alt und eklig, und sie scheinen die Schülerschaft zu animieren, dort Vandalismus zu betreiben. Am Ende – auch das haben wir schon gehört – führt das dazu, dass sich Kinder verkneifen, tagsüber die Toilette zu nutzen. Das führt wiederum dazu, dass sie vielleicht nicht genug trinken und ganz schnell nach Hause gehen, weil sie einfach auf die Toilette müssen. Leider sind das keine Einzelfälle. Ich weiß auch, dass Monika Heinold damals ein sogenanntes Toilettensanierungsprogramm auf die Bahn gebracht hat. Das war richtig. (Beifall SSW und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Ja, das war das Anke-Erdmann-Toilettenprogramm. – Grundsätzlich sind wir uns alle hier im Hause einig, dass die Schule ein Ort sein sollte, an dem sich unsere Kinder gerne aufhalten und Räume zum Lernen motivieren. Immerhin verbringen sie und ihre Lehrkräfte beziehungsweise alle, die an der Schule arbeiten, echt viel Zeit an den Schulen. Wenn man nach Skandinavien blickt, dann sieht man wirklich innovative Schulgebäude, die internationale Architekturpreise gewonnen haben. Wie bei so vielen Dingen ist es auch hier eine Frage der Priorität, ob man in Schulgebäude investiert. Jetzt ist eben die Frage, wie wir das machen. Ich muss sagen, dass wir als SSW-Fraktion den Vorschlag der SPD nicht unterstützen können, weil das der Aufbau einer weiteren Struktur wäre. Wir haben bereits unsere GMSH, und wir alle wissen, wie aufwendig das Zusammenarbeiten mit der GMSH und die Umsetzung sind. (Zurufe Dr. Heiner Garg [FDP] und Christopher Vogt [FDP]) Wenn wir viele, viele Milliarden und Millionen an Geld in Betongold umsetzen sollen, dann muss effektiv gearbeitet werden. Wenn die Schulträger eine Unterstützung bekommen, dann haben wir – meine Kollegin Anne Riecke hat es gerade gesagt – die Schulbaurichtlinie. Wir können auch einen Modellbau vorgeben – vielleicht so, wie wir in Zukunft die Feuerwehrhäuser planen und bauen wollen –, damit es kostengünstiger wird. Solche Hilfen benötigen die Kommunen, um für die Zukunft gute und pädagogisch innovative Gebäude einfach bauen zu können. Dazu gehören natürlich Digitalisierung und Arbeitsplätze für Lehrkräfte. All diese Dinge müssten in einem Leitfaden, in einer Schulbaurichtlinie enthalten sein. Wir sind der Meinung, dass IMPULS mit deutlich mehr Geld gefüttert werden müsste. Wenn ich höre: „Ja, aber der Schulbau ist doch so teuer, die bauen sich alle Goldwasserhähne“, dann muss ich sagen: Nein, mitnichten tun sie dieses. Es sind bloß wahnsinnige Anforderungen. In Eckernförde planen wir, ein Schulzentrum neu zu bauen. Wir sind in der dritten Phase und bei, ich glaube, schon bald 100 Millionen Euro, anstatt nicht mehr nur bei den anfänglichen 85 Millionen Euro. Dort sollen richtig viele Kinder zur Schule gehen. Die 1.500 Kinder, die Lehrkräfte und die dort Beschäftigten brauchen Platz. Insofern sind das wirklich große finanzielle Herausforderungen für die Kommunen, für die sie Hilfe vom Land und vom Bund haben müssen. Ich glaube, das Thema „Bauen für Schule und die Bildung unserer Kinder“ wird uns noch weiter verfolgen. (Beifall SSW, FDP und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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