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Dr. Heiner Garg

FDP 19.06.2025 Sitzungen 20/91

Mit dem Flugzeug!) um sich vor Ort über die Organisation und Auswirkungen der Modellregion Gendermedizin zu informieren. Vielen Dank dafür. Unser Antrag ist nun das Resultat aus der Anhörung und unserer Veranstaltung. Wir wollen, dass Schleswig-Holstein wirklich mutig vorangeht. Das Geschlecht setzt sich aus biologischen, psychosozialen und auch kulturellen Faktoren zusammen. Alles zusammen hat Einfluss auf Entstehung und Verlauf von Erkrankungen, Versorgung und Inanspruchnahme (Unruhe – Glocke Präsidentin) von Prävention und Gesundheitsleistung. Die Wirksamkeit von Medikamenten ist aufgrund verschiedener physiologischer Faktoren wie zum Beispiel Hormonen ebenfalls unterschiedlich. Aber trotzdem ist der Proband meist männlich. Dies gilt es, in der medizinischen Versorgung und in der Forschung besser zu berücksichtigen. Die gesundheitliche Chancengerechtigkeit für alle ist unser Ziel, und „alle“ bedeutet für uns natürlich auch, Alter, Herkunft und alle Geschlechter zu berücksichtigen. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW) Besonders deutlich wird der Unterschied beim Herzinfarkt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit 37 Prozent die häufigste Todesursache bei Frauen. Sie erkranken zwar seltener, sterben aber häufiger daran als Männer, was ganz viel mit den unterschiedlichen Symptomen zu tun hat. Auch deshalb muss das Wissen um geschlechtersensible Medizin besser vermittelt werden. Woher sollen zukünftige Mediziner_innen und andere akademische, aber auch nichtakademische Heilberufe um die Besonderheiten der geschlechtersensiblen Medizin wissen, wenn es nirgendwo gelehrt wird? Deshalb braucht das Land einen ei- (Birte Pauls) genen Lehrstuhl für diesen Bereich der Medizin. Das würde die Forschung und medizinische Versorgung voranbringen. Bislang gibt es das Angebot des Wahlpflichtfaches im Medizinstudium noch nicht, auch wenn ich höre, dass im Hintergrund daran gearbeitet wird. Es gehört dazu, dass die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung insgesamt zu stärken ist. Die Koalition hat heute noch einen Alternativantrag vorgelegt, in dem viel Richtiges, aber auch nichts Innovatives steht und die Forderung nach dem Lehrstuhl natürlich fehlt. Ich freue mich auf die Diskussion im Ausschuss dazu. Und wir freuen uns, wenn wir mit unserem Antrag und den Aktivitäten dazu beitragen konnten, dass sich die Gesundheitsversorgung in Schleswig-Holstein geschlechtersensibel weiterentwickeln kann und das Land zum Wohle aller, besonders zum Wohle von Frauen, die 51,13 Prozent der Bevölkerung des Landes ausmachen, endlich vorankommt. – Vielen Dank. (Beifall SPD, FDP und SSW)

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