Birte Pauls
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir wollen keine Gleichbehandlung von Frauen und Männern – (Beifall Jasper Balke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] und Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) jedenfalls nicht in der Medizin! Wir beschäftigen uns als Fraktion schon länger mit dem Thema Frauengesundheit und der geschlechtersensiblen Medizin. Ich freue mich sehr, dass sich auch die Gesundheitsminister_innenkonferenz letzte Woche mit diesem Thema beschäftigt und einen Beschluss gefasst hat, nämlich ist man sich endlich – muss man wohl (Birte Pauls) sagen – der Notwendigkeit einer geschlechtersensiblen Medizin und Gesundheitsversorgung bewusst. (Vereinzelter Beifall SPD, Beifall Cornelia Schmachtenberg [CDU], Jasper Balke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN], Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN], Dr. Heiner Garg [FDP] und Anne Riecke [FDP]) Die Approbationsordnung für alle Heilberufe soll um die Aspekte der geschlechtersensiblen Medizin erweitert werden. Das Gleiche gilt auch für die Ausbildung der nicht akademischen Heil- und Gesundheitsfachberufe. Aber lässt dieser Beschluss das Land aus der Verpflichtung, selbst tätig zu werden? Wir finden als SPD: nein. (Beifall SPD und Dr. Heiner Garg [FDP]) Im November 2023 haben wir unsere Große Anfrage zum Thema Frauengesundheit hier im Plenum beraten. Die Große Anfrage mit unseren 191 Fragen und Antworten der Landesregierung hat viel Interesse in der Öffentlichkeit geweckt, und wir haben viele positive Rückmeldungen dazu bekommen. Denn es zeigten sich erhebliche Lücken in der Versorgung und vor allen Dingen in der Datenlage. Im Februar 2025 haben wir im Sozialausschuss eine ganztägige Anhörung durchgeführt. Die Expertinnen und Experten machten uns in vielerlei Hinsicht noch einmal mehr deutlich, wie wichtig der Ausbau und vor allen Dingen das Bewusstsein für die geschlechtersensible Medizin ist. Ich denke, da haben wir viel gelernt, und ich danke nochmals allen Beteiligten, die uns in dieser Anhörung ihr Wissen mitgeteilt haben. – Vielen Dank. (Beifall SPD, FDP und SSW) Unter dem Motto „Frauenherzen schlagen anders“ hat die SPD-Fraktion am 2. April 2025 zu einer Veranstaltung ins Landeshaus eingeladen, zu der wir 140 Gäste begrüßen durften. Ich glaube, da waren sechs Männer oder so. Das war auch lustig. (Heiterkeit – Christopher Vogt [FDP]: Was soll das denn heißen?) Als politische Expertinnen hatten wir Gäste aus Kärnten in Österreich dabei. (Zuruf) – Das erzähle ich gleich. Die Kärntner Landesrätin, also das, was bei uns eine Ministerin ist, Frau Dr. Beate Prettner, und die ehemalige Landtagsabgeordnete aus Kärnten, Ana Blatnik, schilderten gleichermaßen eindrücklich wie humorvoll den politischen Weg zur Modellregion Gendermedizin in Kärnten. Es brauchte Mut, Kraft und Hartnäckigkeit. Nun wird dort ein Drei-Säulen-Modell zur Gendermedizin umgesetzt, geschlechtsspezifische Medizin wird in den Ausbildungsstätten verankert, Fortbildungen für die Gesundheitsberufe angeboten und die Bevölkerung in Kärnten durch Veranstaltungen und Informationen sensibilisiert. – Es geht! Der Sozialausschuss hat auf Anregung der SPD beschlossen, seine nächste Ausschussreise nach Kärnten zu machen, (Beifall Dr. Heiner Garg [FDP] – Dr. Heiner
