Christopher Vogt
Liebe Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Lieber Kollege Krüger, man kann sich auch mit mehreren Abgeordneten beteiligen. (Zuruf Malte Krüger [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) – Ja, Herr Kollege Krüger, man kann natürlich Gegenwind nur als Rückenwind wahrnehmen, wenn man eine 180-Grad-Wende hingelegt hat. (Beifall FDP, SPD und SSW – Heiterkeit) Ich möchte aus Copyright-Gründen sagen: Ich habe diesen brillanten Gedanken mit dem Kollegen Koch eben gemeinsam entwickelt, der das reumütig auch so gesehen hat. (Christopher Vogt) (Heiterkeit ganzes Haus) Ich möchte das gar nicht kritisieren, ich hätte es mir nur früher gewünscht, und ich wünsche es mir früher. (Beifall FDP) Ich muss ganz ehrlich sagen, die Kürzung bei der Kontingentstundentafel hat in der Oberstufe dazu geführt, dass man entweder Geografie oder WiPo wählen muss. Das halte ich nach wie vor für falsch. Das muss korrigiert werden. (Beifall FDP, SPD und SSW) Es gibt eine Privilegierung für das Fach Religion. Das mögen andere anders sehen. Ich halte gerade in diesen Zeiten WiPo für wichtiger als Religion. (Beifall FDP und SPD) Das ist meine Überzeugung. Ich will da noch einmal einen Gedanken einbringen, denn hier wurde zu Recht viel über politische Bildung gesprochen. Aber das ist auch ein ganz entscheidender Punkt: Das Fach heißt WiPo, und das Wi in WiPo steht für keine Spielkonsole, sondern für Wirtschaft. Ich mache relativ viele dialogP-Veranstaltungen; weil wir eine starke, aber zahlenmäßig überschaubare Fraktion haben, machen wir alle in der FDP-Fraktion sehr viele dialogP-Veranstaltungen. Eigentlich erleben wir bei jeder, dass sich die Schülerinnen und Schüler mehr ökonomische Bildung wünschen. (Beifall FDP) Wie funktioniert das mit den Steuern, mit der Miete, mit dem Vertragsrecht, mit der Aktienkultur und so weiter? Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt. Ich will das noch einmal ansprechen, damit das nicht zu kurz kommt. Viele Schülerinnen und Schüler wünschen sich das. Das ist kein Wirtschaftsfetisch der FDP, es ist ein sehr soziales Thema. Denn dass das Kindern und Jugendlichen aus Familien, in denen diese Kenntnisse nicht schon in der Familie mitgegeben werden, in der Schule vermittelt wird, ist an dieser Stelle ganz wichtig. Das will ich noch einmal deutlich sagen. (Beifall FDP, SPD und SSW) Es wurde bereits genannt: Wir hatten verschiedene Vorschläge gemacht. Wir hatten übrigens in unserem Antrag 2023 erstens gefordert, dass WiPo mittelfristig am Ende bis zur Klassenstufe 5 ausgeweitet wird. Da bräuchte man natürlich auch die Lehrkräfte und so weiter. Das ist klar. Das hatten wir vorgeschlagen. Es gab sehr viel Zustimmung in der Anhörung aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Man hätte also früher auf den Gedanken kommen können. Wir hatten noch einen zweiten Punkt vorgeschlagen, nämlich dass in jeder weiterführenden Schule, in der es wahlberechtigte Schülerinnen und Schüler gibt, Veranstaltungen stattfinden. Das sind sehr, sehr viele bei einem Wahlrecht ab 16 Jahren bei der Landtagswahl. Auch das haben wir vorgeschlagen. Es wurde abgelehnt. (Vereinzelter Beifall FDP) Ich hoffe sehr, dass das jetzt wie auch immer mit dem Pakt für Demokratie kommt. Ein letzter Gedanke: Vorgestern war der 17. Juni. Viele Kinder und Jugendliche können, weil es in der Schule gar nicht mehr vermittelt wird, mit dem 17. Juni gar nichts mehr anfangen. (Beate Raudies [SPD]: Die wissen gar nicht, was das ist!) Wenn ich bei Veranstaltungen darauf hinweise, dass die Linke eigentlich die SED ist, gucken mich viele Schülerinnen und Schüler völlig irritiert an. Es geht nicht nur um Rechtsextremismus und politische Bildung, sondern auch darum, dass wir den Linksextremismus für die Schüler erklären. (Beifall ganzes Haus)
