Lukas Kilian
Vielen Dank. – Ich habe eine Anmerkung. Herr Kollege, wenn Sie unsere Parteitagspapiere studieren, empfehle ich Ihnen mehr als das Studium der Überschrift. Es empfiehlt sich, den gesamten Inhalt zu lesen. Es geht darum, dass eine zu tun und das andere nicht zu lassen. Es geht um Medienbefähigung, es geht um Medien- (Christopher Vogt) bildung, aber es geht auch darum zu schauen, wie man Medienkonsum einschränken und vor gewissen Dingen schützen kann. Das ist ein Wechselspiel. Ich habe das Gefühl, dass sich die Opposition heute in der Debatte mit unterschiedlichen Schattierungen auf das Verbot konzentriert und sagt, das Verbot helfe nicht, man brauche Befähigung. Wir sagen ausdrücklich: Wir brauchen beides, Befähigung und Verbot von privater Nutzung. – Es hilft nicht, einen rhetorischen Pappkameraden aufzubauen, den man leicht einreißen kann. Beschäftigen Sie sich mit den Inhalten, lesen Sie mehr als die Überschrift! (Beifall CDU und vereinzelt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) – Herr Kollege Pappkamerad, ich habe Ihren Antrag gelesen. (Unruhe) Wer hat denn in den letzten Wochen über Verbote in Schulen und Verbote für Jugendliche generell gesprochen? Das war doch die Union, das waren Sie! Sie haben doch diesen Antrag zu verantworten! Sie haben in den letzten Jahren zu wenig getan, um das Thema Befähigung und Medienbildung voranzubringen. Das ist doch genau das Problem! (Beifall FDP, SPD und SSW) Auch Ihr hochgeschätzter Parteivorsitzender und Ministerpräsident braucht mehr Medienbildung. Wer im Jahr 2025 ernsthaft glaubt, dass sich 15‑Jährige auf Facebook tummeln, hat bewiesen, dass er keine Ahnung hat. Das ist schon abenteuerlich. (Beifall FDP, SPD und SSW) Meine Eltern sind auf Facebook, aber Jugendliche kenne ich da nicht. (Zurufe) Herr Kollege Kilian, ich lese Ihre Anträge, und Sie hören mir zu – machen wir das einfach so. Wenn man schon solche Verbotsforderungen stellt, muss man zumindest ansatzweise erklären können, wie es laufen soll. Soll man einfach anklicken „Ich bin 16“? Das klappt auch anderswo hervorragend, Jugendliche haben früher DVDs von anderen ausleihen lassen oder sind im Internet unterwegs. (Unruhe) Soll man sich mit dem Ausweis anmelden? Soll man das die Eltern regeln lassen? Wie soll man das machen? – Ich nehme die Zwischenfrage mit Blick auf die Uhr gern mit.
