Christopher Vogt
Liebe Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es geht in der Tat um ein wichtiges und komplexes Thema. Auch ich bin hin- und hergerissen, vermutlich geht es allen hier so, die heutzutage Kinder großziehen. Meine Kinder sind noch ein bisschen jünger, aber auch da kommt das Thema schon auf. Es ist schon bemerkenswert, welche Rolle das Thema mittlerweile auch in Grundschulen spielt. Darauf muss man natürlich reagieren. Bei mir kommt noch hinzu, dass meine Frau Lehrerin ist; das Thema nimmt bei uns zu Hause also noch mehr Raum ein als vielleicht anderswo. (Unruhe) Die Probleme wurden angesprochen: Mobbing und Gewalt. Die haben allerdings auch noch andere Dimensionen, Herr Kollege Kilian. Da spielen Handys eine Teilrolle, aber es gibt auch noch andere Aspekte. Es geht um die kognitive Entwicklung; das ist der entscheidende Punkt, und das ist in der Debatte vielleicht ein bisschen zu kurz gekommen. Es muss dabei um altersangemessene Lösungen gehen. Das ist natürlich nicht einfach. Anne Riecke hat deutlich gemacht, dass es in den Schulen auch um die Befähigung gehen muss und nicht nur um Bevormundung. Das allein wird nicht funktionieren. (Peter Lehnert [CDU]: Das sagen wir doch auch!) Der Ministerpräsident und die Nord-CDU setzen in den letzten Tagen und Wochen sehr stark auf Verbote. Das kommt erst einmal gut an. Wenn man sich aber einmal genau anschaut, ob das sinnvoll und realistisch ist, wird es ein bisschen schwieriger, Kollege Kilian. (Beifall FDP) Der Ministerpräsident, der heute leider nicht dabei sein kann, will allen Ernstes für Jugendliche bis 16 Jahren ein Social-Media-Verbot nicht nur in Schulen, sondern generell. Wenn man eine solche Forderung bundesweit in der Bild am Sonntag platziert, muss man schon ansatzweise erklären können, warum man in Schleswig-Holstein mit 16 Jahren das Parlament wählen, aber im Wahlkampf kein Social Media nutzen darf. Das finde ich schon eine steile Nummer. Der Ministerpräsident erklärt nicht, wie das funktionieren soll. Soll es in den App Stores geregelt werden, dass man sich dort ausweisen muss? Soll das so laufen? – Dann wünsche ich gute Reise, das europaweit zu regeln und das alltagstauglich zu machen. (Beifall FDP) Frau Stenke habe ich so verstanden, dass das die Eltern regeln sollen – die Eltern, denen die Union offenbar nicht zutraut, das in der Familie vernünftig zu regeln. Auch das ist eine interessante Geschichte. (Beifall FDP)
