Dr. Heiner Garg
Vielen Dank, Herr Kollege Balke. – Herr Kollege Balke, ich bin absolut Ihrer Meinung, dass es nicht besonders sinnvoll ist, und zwar eigentlich relativ selten sinnvoll ist, wenn man ein Ministerium bittet oder auffordert, sich sechs Monate hinzusetzen und irgendwas aufschreiben zu lassen, sondern dass es sinnvoller ist, dass man das jedenfalls in der Regel gemeinsam mit den Beteiligten – ich sage mit Absicht nicht „mit den Betroffenen“, sondern „mit den Beteiligten“ – erarbeitet. Genau das wäre der Ansatz, denke ich, ein partizipativer Ansatz mit den Menschen, die sich in die Senioren- und Engagementpolitik einbringen. Das sind ja nicht nur lebenserfahrenere oder lebensältere Menschen, sondern auch jüngere Menschen. Es wäre ein zielführenderer Schritt, dass ein Ministerium, das ohnehin bei der Engagementstrategie sozusagen den Hut auf hat, den Impuls setzt und das zum Anlass nimmt, dem Ganzen sozusagen einen organisatorischen Rahmen zu geben, um am Ende die Ergebnisse zusammenzubinden, als zu sagen: Wir beschäftigen uns im Sozialausschuss damit. – Das steckt dahinter. Dass man das in eine grobe Struktur gießen kann, habe ich zu zeigen versucht. – Absolut. Herr Kollege Dr. Garg, auch hier merke ich, dass wir inhaltlich keinen großen Dissens haben. Sie haben in Ihrer Rede vorhin gesagt, wir würden einfach nur die Landesregierung darum bitten, im Sozialausschuss vorzustellen. Man muss einmal weiterlesen: „Diese Maßnahmen sollen in Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteurinnen und Akteuren weiterentwickelt werden, um sie praxisnah und unter besonderer Fokussierung älterer und hochbetagter Menschen sowie generationsübergreifend auszurichten, auf LanDas ist genau der gleiche Gedanke, den Sie haben. Sie sagen, der Impuls sollte von der Landesregierung, maßgeblich vom Sozialministerium, kommen. Wir fragen: Wieso können wir nicht den Impuls aufnehmen und ihn im Sozialausschuss diskutieren? Vielleicht resultiert daraus dann ein strategieähnliches Papier. Dass der Impuls von uns kommen soll, ist unsere Meinung. Wenn das Ergebnis gut für alle ist, ist es egal, ob es der eine oder andere Weg ist, Hauptsache, es kommt etwas Gutes für die Menschen dabei heraus. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Jetzt habe ich noch nichts von dem gesagt, was ich in meiner Rede eigentlich ansprechen wollte, aber es wurden ja schon viele Punkte genannt. Der Kollege Dr. Garg und der Kollege Kalinka haben vieles angesprochen. Es geht um das Thema Einsamkeit. Ich möchte hervorheben, dass das Sozialministerium extra eine Studie für die spezifische Situation der älteren Generation und aller Menschen in Schleswig-Holstein zum Thema Einsamkeit in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse werden wahrscheinlich Ende Juli 2025 veröffentlicht werden. Auch das wird ein guter Anlass sein, um konkret über diese Daten, die sehr interessant sein werden, zu sprechen. Da kann man das Thema Einsamkeit noch einmal sehr gut diskutieren. Zum Thema Ehrenamt: Wir arbeiten aktuell an der Novellierung der Engagementstrategie. Da werden natürlich auch ältere Menschen mitbedacht, es liegt ein Fokus auf diesem Thema. (Zuruf Birte Pauls [SPD]) Als jüngster Landtagsabgeordneter möchte ich darauf hinweisen, dass es auch darum geht – deswegen finde ich den partizipativen Ansatz und den Schwerpunktansatz sehr gut – zurückzugewinnen, (Jasper Balke) was in den letzten Jahren ein bisschen verloren gegangen ist, und das ist der Dialog der Generationen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und SSW) Es braucht mehr Räume, in denen sich Alt und Jung begegnen, in denen Verständnis füreinander wächst, für die gemeinsame Situation. Es gibt viele Vorurteile in unserer Gesellschaft: Die junge Generation sei viel zu faul, die Alten hätten auf dem Rücken der Jungen zulasten der Welt und des Klimas gelebt, und deswegen seien die ganz böse. Es gibt sehr viele Vorurteile, die nicht helfen, den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken. Deshalb sind der Austausch und die Neugestaltung eines Generationenvertrags enorm wichtig. Wir müssen ihn neu denken, nicht Alt gegen Jung, sondern: Ich sehe dich und deine Bedürfnisse, ich sehe deine Schwierigkeiten in der aktuellen Zeit. Es sollte auch unsere Aufgabe sein zu überlegen, wie wir gemeinsam eine solidarische Zukunft gestalten, in der jede Generation Verantwortung übernimmt. Wenn das ein Ziel und Ergebnis unseres Ansatzes auf Landesebene sein sollte, wäre das für viele Menschen eine richtig gute Sache. – Ich danke für die Aufmerksamkeit und bitte um Zustimmung. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)
