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Jette Waldinger-Thiering

SSW 23.05.2025 Sitzungen 20/89

Sehr geehrte Landtagspräsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! „Neustart in der Bildungspolitik – den Rest der Legislatur im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler nutzen“ Was bedeutet Neustart? – Im vorliegenden Antrag finde ich weder eine neue Erkenntnis noch neue Lösungsideen. Vielleicht müssen wir dafür erst einmal die Huhn-oder-Ei-Frage klären. (Zuruf Tobias Koch [CDU]) Sind die genannten Probleme an den Schulen durch den Lehrkräftemangel entstanden, oder fehlen die Lehrkräfte aufgrund der Situation an den Schulen? Auch die Corona-Lockdowns haben dazu beigetragen, dass die Arbeitssituation an Schulen für Schülerinnen und Schüler wie für Lehrkräfte belastend ist. Es wurden bereits gute Maßnahmen eingeleitet, um Entlastungen im Bildungsbereich zu bewirken, allerdings auch an Stellen gespart, die einen Stellenund Stundenabbau zur Folge hatten und in der Folge alles nur noch schlimmer machen. Deshalb stimmen wir dem Punkt im Antrag zu, dass weder Lehrkräftestellen noch Stunden in der Kontingentstundentafel gekürzt werden dürfen. (Beifall SSW und vereinzelt SPD) Nachdem Frau Bundesministerin Prien die Stärkung des DaZ-Unterrichts bundesweit angekündigt hat, sollte man in Schleswig-Holstein auf keinen Fall den DaZ-Unterricht schwächen, indem man die DaZ-Klassen vergrößert. (Beifall SSW) Denn das alles sind kontraproduktive Maßnahmen, die schnell wieder rückgängig gemacht werden sollten. Unterrichtsausfall, Unterricht durch fachfremde oder nicht fertig ausgebildete Lehrkräfte, sinkender Abiturnotenschnitt und steigende Schulabbrecherquoten – all diese Umstände machen die Schieflage im Bildungssystem sichtbar. Egal, ob Huhn oder Ei zuerst da war, wir müssen handeln. Das bedeutet allerdings in erster Linie, dass mehr Personal an den Schulen beschäftigt werden muss, dass unbürokratische Handlungsmöglichkeiten geschaffen werden und gute Kooperation und Kommunikation zwischen dem Ministerium, den Kommunen, den Schulträgern und den Schulen stattfindet. Deshalb freue ich mich besonders, dass unsere neue Bildungsministerin versprochen hat, dass sie zuhören möchte. Hören Sie den Kommunen, den Schulträgern und Schulen gut zu, Frau Dr. Stenke, (Zuruf Christian Dirschauer [SSW]) auch wenn das Zuhören Zeit in Anspruch nimmt. Denn das ist die Basis, auf der man das Bildungssystem verbessern kann. Die Unterschiede zwischen den Schulen im Land sind groß. Wir haben gute Schulen und somit gute Beispiele im Land. Diese müssen als Vorbilder dienen und zeigen, was die Schulen für gute Abläufe benötigen. Rahmenbedingungen müssen angeglichen und Schulträger vom Land unterstützt werden. Das Startchancenprogramm ist ein gutes Beispiel für eine gute und gelungene Investition. Aber die finanziellen und personellen Ressourcen der ausgewählten PerspektivSchulen benötigen wir an allen Schulen im Land. (Unruhe)

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