Jette Waldinger-Thiering
Vielen Dank. – Bevor wir mit der Debatte fortführen, lassen Sie uns gemeinsam hier bei uns im Hohen Hause Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaft Schule Bredstedt begrüßen. – Herzlich willkommen! (Beifall) Ich erteile nun das Wort für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN der Abgeordneten Catharina Nies. Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Verehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bedanke mich beim SSW dafür, dass wir heute die Situation alleinerziehender Elternteile in den Blick nehmen. Das Thema Alleinerziehende (Catharina Johanna Nies) ist wichtig und wird zu oft nebensächlich behandelt. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Als alleinerziehende Mutter eines vierjährigen Kindes kann ich sagen: Die Alltagsherausforderungen sind enorm. Viele alleinerziehende Mütter und Väter fühlen sich zerrissen dazwischen, existenzielle Bedürfnisse ihrer Kinder absichern zu müssen und ausreichend Zeit für sie zu haben, um für ihr Wohl und ihre gute Entwicklung da sein zu können. Um das eine sicherstellen zu können, sind Alleinerziehende stark auf Fremdbetreuung ihrer Kinder angewiesen – mehr als andere Personen. Es ist nicht möglich, beides ohne Unterstützung hinzubekommen. Oft stehen – ich finde, das wird manchmal vergessen – hinter alleinerziehenden Familien sehr individuelle Lebenswege und Ereignisse, die eine Familie stark erschüttert haben: schmerzhafte Trennungen, lange Erkrankungen und Pflege, Flucht, häusliche Gewalt oder der Tod eines Elternteils. Wir hatten eben die Debatte zur Trauerbegleitung. Sorry. Die Doppelbelastung alleinerziehender Elternteile entsteht zum einen aus der Tatsache, dass sie das Familieneinkommen und die gesamte CareArbeit gleichzeitig erbringen müssen, was ja schon enorm ist, aber auch dadurch, Trennung, Schmerz, Wut und Trauer zu verarbeiten und die eigenen Kinder dabei gut zu begleiten. (Beifall) Der Staat und die Gesellschaft, und ich glaube, das ist auch nichts, was verlangt wird, werden diese Doppelbelastung nicht abnehmen können. Das ist nicht der Punkt. Aber wir sollten zumindest versuchen, die Bedingungen zu verbessern, unter denen alleinerziehende Elternteile das alles wuppen. Die letzte Bundesregierung hat damit begonnen, Familienleistungen zu verbessern. Das Kindergeld ist nun zwischen den Geschwisterkindern einheitlich und von 219 auf 255 Euro angehoben worden.
