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Dr. Heiner Garg

FDP 22.05.2025 Sitzungen 20/88

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Ich würde gerne mit einem Zitat von Victor Hugo beginnen: „Du bist nicht mehr da, wo du warst, aber du bist überall, wo wir sind.“ (Dr. Heiner Garg) Damit der Tod eines geliebten Menschen irgendwann akzeptiert werden kann, um mit dem Verlust eines einem nahestehenden geliebten Menschen irgendwann irgendwie weiterleben zu können – das ist Trauerbegleitung, das ist die Arbeit, die Trauerarbeit, die das ermöglichen soll. Ich will Ihnen zwei Beispiele geben, die mich in den vergangenen 20 Jahren bei verschiedenen Besuchen, unter anderem einmal mit der Kollegin Redmann, bei den Kindern auf Schmetterlingsflügeln wirklich bewegt haben; denn das erlebst du halt nicht einfach so im Alltag, wenn dir von einer 14-Jährigen berichtet wird, dass sie ihre schwerstkranke Mutter gepflegt hat und sich dabei noch um die beiden jüngeren Geschwisterkinder gekümmert hat. Dann verstirbt die Mutter an ihrer schweren Krebserkrankung, und dieses junge Mädchen macht sich auch noch Vorwürfe oder hat Schuldgefühle. Oder da ist – Birte Pauls hat es schon angesprochen – das sogenannte gläserne Geschwisterkind, das völlig gesunde Kind, das das Geschwisterkind eines sterbenskranken Kindes ist und immer zurücksteht, das selber seine eigene Kindheit gar nicht so erlebt, wie eigentlich jedes Kind seine Kindheit erleben können muss, und das gleichzeitig mit der Krankheit und dem späteren Tod seines Geschwisterkindes, seines Bruders oder seiner Schwester, konfrontiert wird. Dass solche Menschen später, wenn sie weiter aufwachsen, nicht auch noch tatsächlich krank werden, auch das ist das Ziel von Trauerbegleitung. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich will auf die beiden Anträge zu sprechen kommen. Was ich bei diesem Thema nicht verstehe, ist: Im Ziel sind wir uns, glaube ich, einig. Das habe ich auch aus allen vorhergehenden Reden herausgehört. Ich verstehe nicht, warum man bei einem solchen Thema einen Konterantrag stellen muss. (Beifall FDP, SPD und SSW) Ich verstehe es wirklich nicht. Ich will Ihnen auch sagen, warum. Die Kollegin Pauls hat einen Antrag formuliert, dem die SSW-Fraktion und die FDPFraktion beigetreten sind. Die Kollegin Pauls hat den Antrag sehr vorsichtig formuliert. Sie hat die eigene Präventionsstrategie der Landesregierung aufgenommen. Die Ministerin selber hat in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Kollegin Pauls gesagt, man muss einmal gucken – das ist in der Sache vollkommen richtig –, wie man das in die Präventionsstrategie des Landes, die ja erarbeitet wird, einbaut. Dann stellt die Kollegin Pauls einen Antrag und sagt: Lassen Sie uns einmal prüfen, wie wir das finanziell absichern. – Und Sie stellen einen Alternativantrag und wollen heute offensichtlich beide Anträge wegstimmen. Ich finde das nicht gut bei dem Thema, und deswegen belasse ich es dabei. – Herzlichen Dank fürs Zuhören. (Beifall FDP, SPD und SSW)

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