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Michel Deckmann

CDU 22.05.2025 Sitzungen 20/88

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geehrte Kolleginnen und Kollegen! Vielfach haben wir hier an diesem Ort schon über die Bezahlbarkeit, aber auch über die Zielerreichung der Klimaneutralität des Wohn‑, des Gebäudebestands gesprochen. Hier wird diskutiert, aber auch in Berlin, Brüssel und in vielen anderen Orten unseres Landes. Im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Bundesregierung sehen wir so bereits einige Punkte zu diesem Thema. Das Gebäudeenergiegesetz soll angepasst werden. KfWFörderbedingungen sollen vereinfacht werden. Die Bezahlbarkeit, aber auch die Klimaneutralität des Gebäudebestandes soll zukünftig noch stärker in den Fokus gerückt werden, und das ist auch richtig so. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Vor genau diesem Hintergrund ist der heutige Antrag zu sehen. Er soll unser konstruktiver Beitrag für die kommenden Diskussionen sein, um genau hier voranzukommen. Der bisherige Ansatz der Bau- und Wohnungspolitik war sehr stark darauf ausgerichtet, maximal Energie zu sparen, maximal Energie im Gebäudebedarf, im Gebäudeverbrauch einzusparen. Dies war lange Zeit richtig. Denn lange Zeit war der Energiemix deutlich negativer fürs Klima als bisher. Er war CO -lastiger. Auch für die 2 wirtschaftlichen Betriebe des Gebäudes war das die maßgebliche Säule. Doch es hat sich einiges verändert, insbesondere in den letzten Jahren. Wir sehen beispielsweise, dass in den Diskussionen der Vergangenheit die Thematik der grauen Emissionen zu wenig Bedeutung gefunden hat. Die grauen Emissionen sind die, die bei der Produktion, beim Transport, beim Einbau von Gebäudeteilen entstehen. Diese wurden leider in der Gebäudebilanz häufig vernachlässigt, was dazu geführt hat, dass, wer zu schnell, zu tief saniert hat, manchmal leider Gottes über das Ziel hinausgeschossen ist und mehr Emissionen verursacht hat, als er am Ende des Tages im Betrieb einsparen konnte. Dies kostet nicht nur Geld, es ist am Ende des Tages sogar schädlich fürs Klima. Genau das wollen wir verhindern, liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Jahren wichtige technologische Weiterentwicklungen gesehen, beispielsweise bei unseren emissionsfreien Heizsystemen, bei den Wärmepumpen. Denn Forschung und Entwicklung bleiben auch hier nicht stehen. Der Wirkungsgrad von Wärmepumpen, der maßgeblich die Effizienz beschreibt, ist deutlich gestiegen. Vor diesem Hintergrund kann heute ein Gebäude deutlich früher wirtschaftlich und emissionsfrei beheizt werden, als gedacht. Dies ist ein klarer Erfolg in unserer Region, aber auch ein großer Verdienst von Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft, die das erreicht hat. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Doch was bedeutet das jetzt tatsächlich für uns? Was bedeutet das hier für Schleswig-Holstein? Die vergangenen Debatten waren davon geprägt, dass sehr viel saniert werden muss, damit wir emissionsfrei heizen können. Diese beiden wichtigen Schritte zeigen aber: Klimaneutralität im Gebäudebestand und, man muss sagen, die wirtschaftlich erreichbare Klimaneutralität sind deutlich früher erreichbar und deutlich besser erreichbar als bisher gedacht. Das, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, ist eine wahnsinnig gute Nachricht für die Menschen hier in unserem Land. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nun müssen wir diese Erkenntnisse nur noch in Politik gießen, in gute Politik für die Menschen in ganz Deutschland. Denn noch richten sich die Förderungen auch der Bundespolitik maßgeblich nach den ehemaligen Bedingungen, dass die Energieeffizienz im Vordergrund steht. Das soll sich ändern. Die Gesamtemissionen im Gebäudebestand, die Gesamtenergiebilanz muss maßgeblich dafür werden. Wir müssen dafür sorgen, dass die Förderungen daran ausgerichtet werden, das Gebäude möglichst schnell emissionsfrei beheizen zu können. Das spart nicht nur Geld bei den notwendigen Investitionen, es spart auch CO und kann am En2 de des Tages die Förderung deutlich besser handhabbar machen für die Leute, die damit umgehen müssen, die Eigenheimbesitzerinnen und ‑besitzer im Land, die Wohnungswirtschaft, die Bauunternehmen. Liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, (Zuruf: Freunde!) – es ist einfach schön, hier zu arbeiten, und ich sehe alle meine Kollegen auch als Freunde. (Beifall) Selbst der Kollege Buchholz grinst, das ist ein gutes Zeichen. (Michel Deckmann) (Zuruf Dr. Heiner Garg [FDP] – Heiterkeit – Zuruf Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Unser Zeichen aus Schleswig-Holstein soll der konstruktive Vorschlag sein, um die Debatten in den kommenden Wochen und Monaten zu prägen im Sinne der Zielerreichung der Klimaneutralität des Gebäudebestandes, aber wirtschaftlich. Ich glaube, wenn wir das heute hier beschließen, wäre das ein großer Schritt in die richtige Richtung und kann ein großer Schritt für die Menschen in unserem Land sein. Ich werbe ganz einfach um Zustimmung. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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