Dr. Heiner Garg
Die mag man!) Es ist, wie es ist. – Das ist wunderbar; Kollege Buchholz mag Katzen. (Dr. Bernd Buchholz [FDP]: Das war nicht ich! – Heiterkeit) – Ach, das war der Kollege Garg. (Heiterkeit – Unruhe) Aber es ist einfach so. – Nein, meine Damen und Herren, wir haben ein Problem mit der überbordenden Katzenpopulation in unserem Land, dem wir auch mit der wichtigen und guten Katzenschutz-Kastrationsaktion nicht beikommen. Herzlichen Dank, Herr Minister Schwarz; ich habe vernommen, dass Sie auch weiter dahinterstehen und wir diese in den nächsten Jahren fortführen; dafür gilt mein ausdrücklicher Dank. Die ist nämlich wirklich wichtig. Aber das reicht nicht. Es reicht nicht, um die Überpopulation in den Griff zu bekommen. Wir haben leider jedes Jahr bis zu 2.000 Katzenabschüsse in Schleswig-Holstein. Das erzeugt Leid, Tierleid, das erzeugt Leid bei den Besitzern, die ihre Tiere verlieren. Viele heruntergekommene, wildlebende Katzen vegetieren zudem in absolutem Elend vor sich hin. Das kann nicht in unserem Sinne sein. (Beifall FDP, vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD) Auch ist für Katzen, die einen Besitzer haben, eine Kastrations- und Chippflicht wirklich überfällig. Denn, ganz ehrlich: Wer hat noch nicht in der Nachbarschaft einen herumstromernden, zerrupften Kater gesehen? – Herr Kollege Buchholz, Sie können sich vorstellen, ein Kater mit überbordendem Testosteronspiegel kommt manchmal tagelang nicht nach Hause, (Vereinzelter Beifall – Lebhafte Heiterkeit – Zuruf: Herr Buchholz kann sich das wirklich gut vorstellen!) und wenn, dann mit einigen Blessuren. – Ich weiß gar nicht, warum Sie lachen. Ich sage das nur, weil ich doch etwas Überzeugungskraft in der eigenen Fraktion für die erforderliche Kastrationspflicht bei Katern aufbieten musste. (Unruhe) Nein, es ist eine ernste Sache. Ich freue mich wirklich. Das Schöne ist ja, dass da ein breiter Konsens vorhanden ist. Auch die Kommunen stimmen dem zu; sie haben erkannt, dass die Unterbringung in Tierheim immense Kosten verursacht. Die Tierheime sind seit Jahren überfüllt. Das Ehrenamt kann nicht mehr. Man steht da und weiß wirklich nicht mehr, wohin mit den Tieren. Die Kommunen müssen die Tiere teilweise in Pensionen unterbringen, und das verursacht erhebliche Kosten. Auch die Jäger möchten nicht Katze um Katze abschießen müssen. Viele Jäger haben selbst Katzen als Haustiere. Aber natürlich sind Katzen, die in Naturschutzgebieten wild herumstreunern, ein Risiko für unsere Tierpopulationen. Insofern ist das heute wirklich eine Win-win-Situation für alle: für Tierhalter, für Katzenbesitzer, für die Tierheime, für die Jäger, für die Kommunen. Deshalb haben wir alle gesehen: Es macht Sinn, wenn wir alle Betroffenen umfangreich anhören, wenn wir vielleicht auch die Gruppierungen, die das Thema Katzen kritisch sehen – ich möchte sie nicht Katzengegner nennen –, anhören, ebenso wie die Tierfreunde, die Katzenliebhaber, und wenn wir erkennen, dass das hier heute eine wirkliche Winwin-Situation für uns alle ist. (Vereinzelter Beifall SPD und Beifall Dr. Heiner Garg [FDP]) Deshalb bleibt mir eigentlich nur, meinen ausdrücklichen Dank auszusprechen dafür, dass auch die Kommunen die Notwendigkeit einer landesweiten Katzenschutzverordnung gesehen haben. Ich glaube, wir sind – das ist in der Begründung vielleicht noch nicht hinreichend zu Ausdruck gekommen – erst das dritte oder vierte Bundesland, das sich jetzt auf diesen Weg macht. Aber ich freue mich sehr, dass Schleswig-Holstein somit fast zu den Pionieren gehört. Der eine hat den einen Grund dafür, der andere einen anderen. Insgesamt lässt sich sagen: Heute ist ein wunderbarer Tag für den Tierschutz, für unsere Tierheime. Ich bedanke mich bei allen, die dafür gekämpft haben, für ihren langen Atem. Ich freue mich sehr. Wir sagen Ja zur Katzenschutzverordnung in Schleswig-Holstein. – Herzlichen Dank. (Beifall)
