Michel Deckmann
Sehr geehrter Herr Präsident! Geehrte Kolleginnen und Kollegen! Im Jahr 2009 haben sich verschiedene Akteure unserer Gesellschaft – insbesondere der Wohnungswirtschaft, aber auch der Mietverbände – gemeinsam mit der Landesregierung, der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. und der Investitionsbank mit dem „Klimapakt Wohnen“ auf den Weg gemacht. Das Ziel war damals richtigerweise eine 40-Prozent-Senkung der CO -Emissio2 nen im Gebäudebestand – ein wichtiges Ziel. Wenn wir uns allerdings die heutige Situation anschauen, sehen wir, dass die Herausforderungen noch breiter aufgestellt worden sind. Wir haben in den letzten Jahren eine dynamische Baukostenentwicklung erlebt. Die Wohnfolgekosten gerade bei Neubauten sind in den vergangenen Jahren sehr dynamisch nach oben gegangen. Die Aufgaben sind also dementsprechend deutlich breiter aufgestellt. Vor dem Hintergrund sehen wir als schwarz-grüne Koalition den Rahmen eines Paktes als zu starr an. (Sybilla Nitsch [SSW]: Zu starr?) Wir müssen daraus ein dynamisches Netzwerk schaffen, um weitere Akteure an den Tisch zu holen. Insbesondere brauchen wir Vertreterinnen und Vertreter der Energiewirtschaft am Tisch. (Zuruf Sybilla Nitsch [SSW]) Über bezahlbare Energiewende und klimaneutrale Energieversorgung ohne Vertreterinnen und Vertreter der Energiewirtschaft zu sprechen, ist in dem Moment schlicht zu kurz gedacht. Gleichzeitig brauchen wir Vertreterinnen und Vertreter der Bauwirtschaft. Nur wenn das dort ankommt, können wir ganzheitlich Bezahlbarkeit der Klimaneutralität im Wohngebäudebestand und beim Neubau sicherstellen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Wortmeldung Thomas Hölck [SPD]) Deswegen wollen wir auch, dass die Gesprächskultur, die wir in Schleswig-Holstein bereits in den letzten Jahren entwickelt haben – auch mit der Wohnungswirtschaft, auch mit der Bauwirtschaft –, fortgesetzt und in einem Netzwerk institutionalisiert wird.
