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Christian Dirschauer

SSW 31.01.2025 Sitzungen 20/80

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wie wir wissen, sieht die Finanzsituation unseres Rentensystems nicht anders oder besser aus als die der Sozialversicherung insgesamt. Einnahmen und Ausgaben sind hier leider längst nicht mehr im Gleichgewicht; sie sind ins Ungleichgewicht geraten. Und gerade weil diese Entwicklung lange bekannt ist, sind schon seit vielen Jahren Vorschläge zur Stärkung der privaten beziehungsweise der sogenannten dritten Säule in der Diskussion. Das ist vom Grundsatz her gut und richtig; denn für viele Menschen in Deutschland leistet die private Altersvorsorge einen wichtigen Beitrag für eine auskömmliche Rente und ein menschenwürdiges Leben im Alter. Angesichts der Größe der Herausforderung und mit Blick auf die Lebensrealität der großen Mehrheit der Bevölkerung haben wir aber Zweifel daran, dass der von der FDP mit diesem Antrag gewählte Schwerpunkt der richtige ist. Bitte nicht missverstehen: Auch wir vom SSW sehen die dringende Notwendigkeit, die Altersvorsorge zu stärken. Aber uns ist der Fokus auf Themen wie Kapitalerträge, Spekulationsfristen, Abgeltungsteuern oder Steuerfreibeträge schlichtweg zu eng. Wer sich umhört – das ist in vielen Reden schon angeklungen –, wird schnell merken, dass die Menschen mit Blick auf ihre Absicherung im Alter ganz andere Sorgen haben. Vor allem Alleinerziehende, Geringverdienende und leider auch einfach sehr viele Frauen haben die berechtigte Angst, im Alter zu verarmen.

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