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Birte Pauls

SPD 30.01.2025 Sitzungen 20/79

Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mich nach dem Beitrag von Herrn Deckmann gemeldet, weil er wieder einmal sehr deutlich gemacht hat, dass dieser Landesregierung das Soziale komplett fehlt. Am 20. Januar 2025 – ich glaube, es war der 20. – titelte der s:hz: „Jung, weiblich und wohnungslos“. In dem Artikel wird die Situation von vielen, vielen Frauen in Schleswig-Holstein beschrieben, die in einer sehr schlechten, ja erbärmlichen Situation sind. Denn viele Frauen haben kein Dach über dem Kopf. Als Sofahopping wird diese verdeckte Wohnungslosigkeit bezeichnet. Die in dem Artikel angegebene Zahl – von 20.000 ist dort die Rede – ist nur eine Schätzung, weil viele dieser Frauen tagtäglich das Sofahopping betreiben. Dieser Begriff bedeutet, einmal bei dem einen und dann bei dem anderen Bekannten oder Verwandten kurzzeitig unterzukommen. Das ist natürlich eine würdelose Situation. Die Zahl basiert also auf einer Schätzung. In Schleswig-Holstein gibt es besonders viele dieser Frauen. Das ist etwas, was wir nicht ausblenden dürfen, wenn wir über Mietpreise reden. Wir müssen wirklich alle Instrumente nutzen, um Wohnungslosigkeit entgegenzuwirken. Das wird von dieser Landesregierung nicht gemacht. Es wird schlichtweg nicht gemacht. Diese Frauen gehen Zweckgemeinschaften ein, um ihre Wohnungslosigkeit zu verdecken. Dadurch entstehen toxische Abhängigkeiten. Vergewaltigungen und Überfälle gehören zur Tagesordnung. Das ist etwas, was wir nicht zulassen dürfen und wovor wir uns nicht wegducken dürfen. (Beifall SPD und Christian Dirschauer [SSW]) All das hat etwas mit den steigenden Kosten zu tun. Ein weiteres Problem: Die Zeitung schreibt in ihrem Artikel zwar von „jung und weiblich“, aber auch die ältere Bevölkerung ist zunehmend betroffen. Menschen, die in Rente gehen oder ihren Partner verlieren und aus irgendwelchen Gründen aus ihren Wohnungen herausmüssen, finden keinen adäquaten Ersatz beziehungsweise können sich Wohnungen nicht leisten. Dann schlafen sie bei Kindern, Verwandten oder sonst wo. Das geht so nicht. Es ist eine Schande für unser Land, dass wir so etwas zulassen. Überhaupt ist Altersarmut eine Schande für unser Land. Es hat auch etwas mit Würde und Anstand zu tun, wie wir mit der älter werdenden Bevölkerung umgehen. Auch diesen Aspekt müssen wir in der gesamten Diskussion berücksichtigen. Das hat mir in Ihrem Beitrag, Herr Deckmann, ganz besonders gefehlt. – Danke. (Beifall SPD und SSW)

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