Christopher Vogt
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Lars! Da musst du jetzt auch noch mal ganz kurz durch. Du hast mich vor einigen Wochen ziemlich geschockt, als ich am Samstagmorgen die Nachricht bekam: Lars Harms hört auf. Da habe ich gedacht: Womit? Was soll das? Dann habe ich mir ein paar Gedanken gemacht. Ich habe mir gedacht: Mein Gott, er war 25 Jahre im Landtag. In diesen 25 Jahren hast du unglaublich viel für deine Partei, für das Land aber auch für die Minderheiten in Schleswig-Holstein geleistet. Zu der Zeit, als ich politisch sozialisiert wurde – vor knapp 20 Jahren –, warst du bereits Mitglied des Landtags. Ich will das an dieser Stelle einmal sagen, weil das heute vielleicht für einige Jüngere wirklich extrem weit weg wirkt: Vor knapp 20 Jahren gab es schon den Versuch einer Tolerierung durch den SSW. Da wurde der SSW in SchleswigHolstein noch massiv angefeindet. Da wurdet ihr als Partei der Dänen von nicht wenigen Menschen angefeindet. Da wurdest du persönlich angefeindet. Auch das gehört dazu. Du hast dich davon nicht beirren lassen. Ihr habt euch davon nicht beirren lassen. Das ist auch richtig so. Der zweite Gedanke, den ich hatte, war: Mensch, es wird in Deutschland kaum einen Zweiten geben können, der jemals in der Geschichte Deutschlands so viele Reden in einem deutschen Parlament gehalten hat. Das ist nicht möglich. (Beifall) Ich habe keine Statistik gefunden, aber ich bin mir relativ sicher, dass du auf jeden Fall mindestens in den Top drei sein wirst. Wahrscheinlich hast du sogar in der deutschen Parlamentsgeschichte die allermeisten Reden gehalten. Respekt dafür! Das ist wirklich rekordverdächtig. Du hast aber nicht nur geredet, du hast dabei tatsächlich auch etwas gesagt. Du hast deine Themen mit großer Leidenschaft vertreten, hast dich aber selbst nicht ernster genommen, als es unbedingt sein muss. Das habe ich versucht, mir zum Vorbild zu nehmen. Ich arbeite noch daran. (Beifall) Ich schätze an Lars Harms ganz besonders seinen Humor und seine große friesische Gelassenheit. Lieber Lars, auch wenn du jetzt aus der aktiven Politik aussteigst, wirst du die große Gelassenheit weiterhin brauchen. Denn während ich einem großen Hamburger Erstligisten die Treue halte, ist Lars völlig unerschütterlicher und renitenter Fan des HSV. (Heiterkeit und Beifall) Als Lars und ich uns kennengelernt haben, hat der HSV noch im UEFA Cup gespielt. Seitdem erträgt er wirklich stoisch meine regelmäßige Frage, gegen wen der HSV denn am Wochenende verlieren wird. Er beantwortet danach stets wahrheitsgemäß, wie er gespielt hat. Entschuldige die ständigen Piesackereien. Wie in der Politik geht es auch im Fußball mal abwärts, mal aufwärts. Ich wünsche dir ganz persönlich, dass du den Wiederaufstieg des HSV noch erleben wirst. Alles Gute dabei. (Heiterkeit) Ich danke dir für die wirklich freundschaftliche Zusammenarbeit in den letzten Jahren. SSW und FDP sind bekannt dafür, dass sie wissen, wie man das Leben genießt. Auch kleine Fraktionen zu führen, kann manchmal anstrengend sein. Du bezeichnest dich mittlerweile sogar als wahren Liberalen. Das ist natürlich eine Frechheit, aber ich möchte ganz ehrlich vielen Dank für die großartige Zusammenarbeit sagen, auch wenn wir nie zusammen regieren durften. Alles Gute dir und deiner Familie und viel Spaß bei dem Besuch von Stadien kleinerer Vereine, also Schalke 04 und so. (Heiterkeit – Annabell Krämer [FDP]: Ey!) Insofern, Lars, alles Gute, vielen Dank. (Beifall)
