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Oliver Kumbartzky

FDP 12.12.2024 Sitzungen 20/76

Vielen Dank, Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Vorkaufsrecht für den Naturschutz muss weg! (Beifall FDP und vereinzelt CDU – Heiterkeit) Aber nicht nur das Vorkaufsrecht ist problematisch, sondern ebenso die Niederungsstrategie der Günther-Regierung. (Beifall FDP) Wir haben hier schon so oft darüber gesprochen, und mittlerweile sollten es doch alle verstanden haben: Agrar- und Umweltpolitik geht nur mit den Menschen und nicht gegen sie. (Beifall ganzes Haus) Deswegen folgender Vorschlag auch zum aktuellen Thema Niederungsstrategie: Es sollen regionale Moorbeiräte zum Flächenmanagement auf freiwilliger Basis eingerichtet werden, und die Landgesellschaft ist auch besser einzubinden. (Vereinzelter Beifall CDU und Beifall Dr. Heiner Garg [FDP]) – Gut, dass Sie klatschen, denn das ist ja nicht nur Kumbartzky pur und FDP pur, sondern auch CDU pur, weil Sie es ja auf Ihrem Landesparteitag so beschlossen haben. (Beifall FDP und CDU) Und ich sage einmal so: Wenn Sie sich nicht schon wieder heftige Pressemitteilungen von Ihren Parteifreunden aus der Eider-Treene-Sorge-Region einfangen wollen, stimmen Sie heute lieber zu! (Beifall FDP und vereinzelt SSW) Und dann, meine Damen und Herren, ist da noch der Wolf. Die Kollegin Redmann fragte sich bestimmt, was denn der Wolf im Antrag zu suchen hat. Gegenfrage: Was hat der Wolf auf unseren Deichen zu suchen? (Beifall FDP, CDU und SSW – Heiterkeit) Aber es gibt ja auch aktuelle Entwicklungen, weswegen er tatsächlich sehr gut in diesen Antrag passt. Der Schutzstatus des Wolfes ist letzte Woche endlich angepasst worden, Stichwort Berner Konvention, und wir haben leider auch wieder Rissereignisse im Kreis Segeberg. Deswegen noch einmal: Wir brauchen dringend ein aktives und echtes Wolfsbestandsmanagement. (Beifall FDP, vereinzelt CDU und SSW) Also, liebe Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie an diesem besonderen Tag Vernunft walten, und stimmen Sie heute unserem Antrag zu! Es ist ganz leicht. Wir haben auch extra auf namentliche Abstimmung verzichtet. Wir haben das bei uns (Oliver Kumbartzky) durchaus diskutiert: Einige waren dafür, weil sie den Einlass zu meiner Verabschiedungsfeier heute Abend vom Abstimmungsverhalten abhängig machen wollten. (Heiterkeit) Aber da habe ich dann mein Veto eingelegt, weil ich doch gerne auch mit meinen Freunden von den Grünen und von der SPD anstoßen möchte. (Beifall ganzes Haus) Meine Damen und Herren, wir sind uns hier in diesem Hohen Haus – das zeigt sich ja auch jetzt wieder – immer respektvoll, freundschaftlich und vor allem auch an der Sache orientiert begegnet. Mit diesem Fazit scheide ich heute nach 15 Jahren Abgeordnetentätigkeit aus. (Beifall ganzes Haus) Als ich 2009 hier das erste Mal reden durfte, da hießen die Fraktionsvorsitzenden unter anderem noch Wolfgang Kubicki, Ralf Stegner und Robert Habeck. Holstein Kiel war gerade dabei, von der 3. Liga in die Regionalliga abzusteigen. In SchleswigHolstein produzierten Kernkraftwerke noch günstigen und umweltbewussten Strom. (Heiterkeit FDP) Windkraftanlagen über 100 Meter waren noch eine Besonderheit. Wölfe gab es nur in Tierparks. Der echte Norden war noch das Land zwischen den Meeren – (Vereinzelter Beifall CDU) und ich, meine Damen und Herren, passte noch in meinen Konfirmationsanzug. (Beifall und Heiterkeit ganzes Haus) – Ich weiß jetzt nicht, warum Sie geklatscht haben. Aber Sie sehen an diesen Beispielen, dass sich in 15 Jahren vieles gewandelt hat. Das gilt nicht nur politisch, sondern auch privat. Ich habe hier in Kiel, nur wenige Meter vom Landeshaus entfernt, meine wunderbare Frau Mareike kennengelernt, und wir haben heute 3 Kinder, (Anhaltender Beifall ganzes Haus) geboren übrigens 2011, 2012 und 2018, also immer dann, wenn Heiner Garg Familienminister war. (Heiterkeit) Aber trotz des ganzen Wandels gibt es auch Konstanten, leider traurige Konstanten. Denn das Einzige, was sich tatsächlich in den 15 Jahren nicht verändert hat, ist die traurige Tatsache, dass die A 20 immer noch hinter Bad Segeberg endet. (Vereinzelte Heiterkeit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich durfte hier viele Sternstunden erleben: In der rung der Schuldenbremse, die wir ja damals mit allen Stimmen außer der Linken, die damals noch hier im Landtag war, beschlossen haben. kussion und freigegebene Abstimmung zum Gottesbezug in der Landesverfassung – das war wirklich sehr bemerkenswert – und die Schaffung eines modernen Hundegesetzes: aus der Opposition heraus, dann gemeinsam mit SPD, SSW und Grünen verabschiedet. (Beifall FDP, vereinzelt SPD, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und SSW) starteten locker-lässig mit karibischen Vibes, und am Ende saßen wir hinter Plastikscheiben. Aber wir hatten alle das gleiche Ziel, und zwar, unser Bundesland gut durch die Pandemie zu führen. Ich denke, das ist uns gelungen. (Beifall ganzes Haus) Das Fazit zur aktuellen Wahlperiode ist gestern ausführlich besprochen worden. Da will ich gar nicht groß ergänzen, nur noch einmal den Nationalpark Ostsee erwähnen, der zum Glück nicht gekommen ist, denn das ist auch eine gute Überleitung (Heiterkeit SSW – Vereinzelter Beifall CDU) zu dem, was ich dann bald machen werde. Ab Februar 2025 werde ich Bürgermeister einer Nationalparkgemeinde an der Nordsee sein, (Heiterkeit) in meinem geliebten Dithmarschen. Ich freue mich auf Zuhause, ich freue mich auf Büsum, aber ich verspreche Ihnen eines: Ich werde die News von den Pressemitteilungen, von den Fraktionen und der Landesregierung natürlich nicht löschen, sondern beibehalten und heiße Sie jederzeit alle herzlich willkommen in Büsum. Sie haben ja auch eine Verantwortung, Stichwort Landeshafen. Insofern sind Sie alle herzlich eingeladen und sollen sich auch bitte kümmern! (Beifall) Schöne Grüße auch an Claus Madsen. (Oliver Kumbartzky) Meine Damen und Herren, abschließend mein Dank an Sie und euch alle, an die Landtagsverwaltung, an die Ausschusskolleginnen und -kollegen, auch an den aktuellen Ausschussvorsitzenden Heiner Rickers und den ehemaligen Ausschussvorsitzenden Hauke Göttsch, an meine lieben PGF, an meine Dithmarscher Kollegen Hein und Nielsen und an die SPD-Fraktion, auch wenn ich mich von Ihren Zwischenrufen viel zu oft habe ablenken lassen. (Heiterkeit SPD) Auch danke an die Grünen für die Zusammenarbeit – obwohl ich in der Gesamtbetrachtung feststellen muss, dass ich von Ihnen immer am wenigsten Applaus bekommen habe, außer von Eka von Kalben –: die Koalition der Willigen, die steht nämlich immer noch. (Beifall FDP, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW – Heiterkeit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Danke auch an den SSW. Mange tak og hav det godt! (Beifall SSW) Als Sitznachbarn haben wir auch viel für die Völkerverständigung zwischen Dithmarschern, Friesen und Dänen getan. Und dass Sie, lieber Kollege Harms, jetzt zeitgleich mit mir aufhören, zeigt auch Ihre wirklich unerschütterliche Loyalität mir gegenüber. Vielen Dank dafür. (Beifall und Heiterkeit) Auch danke an die CDU, die ich immer wieder gerne an ihre eigenen Parteitagsbeschlüsse, die auch wirklich gut waren, erinnert habe. Ich weiß: Bei Ihnen ist für mich immer ein Platz frei gewesen. (Beifall und Heiterkeit) Danke auch an die Landesregierung, die wirklich immer, egal, ob ich nun Opposition oder regierungstragende Fraktion war, ein offenes Ohr hatte, wenn ich mich gemeldet habe. Ich hoffe, das wird auch in Zukunft so sein, aber ich gehe einfach davon aus. Ich möchte mich an dieser Stelle aber auch entschuldigen, und zwar bei denjenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die meine zahlreichen Kleinen Anfragen beantworten mussten. (Heiterkeit) Heute reiche ich keine mehr ein. Meiner FDP-Fraktion danke ich natürlich ganz besonders. Es war über alle Wahlperioden immer wunderbar, mit euch zusammenzuarbeiten, mit diesem Team. Zu diesem Team zählen natürlich nicht nur die Abgeordneten, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich hatte wirklich immer das große Glück, mit fabelhaften Menschen zusammenzuarbeiten. (Anhaltender Beifall) Meine Damen und Herren, es war mir immer eine Ehre, und ich bin dann mal weg! Wir haben vieles gemeinsam bewegt, vieles gemeinsam erreicht. Ich habe auch viel gelernt, und es hat auch viel Spaß gemacht – allermeist. Wichtig war mir aber immer eines: Bei der ganzen Ernsthaftigkeit und den zahlreichen schwierigen Themen, die man als Abgeordneter behandelt, soll man auch mal lachen dürfen. Vielleicht hat nicht jeder meiner Wortwitze gezündet, (Heiterkeit) aber auch dabei bin ich mir treu geblieben: Lieber ein schlechter Witz als gar kein Witz. (Beifall und Heiterkeit) In diesem Sinne: Danke und auf Wiedersehen! (Lang anhaltender Beifall und stehende Ovationen)

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