Serpil Midyatli
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Die Landtagspräsidentin hat ja zur Einführung dieses Tagesordnungspunktes von den Gemeinsamkeiten gesprochen, von dem, wie man tatsächlich gemeinsam nicht nur das Land voranbringen kann. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin als gebürtige Kielerin wirklich wahnsinnig begeistert, Tobias Koch hier so zu hören und über meine Geburtsstadt so zu schwärmen und dafür zu werben, dass die Olympischen Spiele im Segeln hier in der Landeshauptstadt Kiel stattfinden werden. Das zeigt doch, verehrte Kolleginnen und Kollegen – – (Zuruf Christopher Vogt [FDP]) – Das ist doch auch genau der Gedanke. Ich freue mich mit Ihnen gemeinsam. (Beifall SSW und Lasse Petersdotter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] – Zuruf Beate Raudies [SPD]) – Wer hat zugehört? – Ich würde mich freuen, wenn alle zuhören würden. Das ist, glaube ich, eigentlich eine gute Sitte in diesem Saal. Man kann natürlich auch immer gerne alles kommentieren. Sport ist und bleibt ein wichtiger Teil. Der Kollege Koch hat schon darauf hingewiesen, vor allem, wenn es um die Verständigung und um die Begegnung geht. Gerade – das will ich verdeutlichen – in Zeiten globaler Spannungen und Kriegen kommt den Olympischen Spielen, und das wünschen wir uns sehr, eine besondere Bedeutung hinzu. Das haben wir auch in Paris erlebt. (Beifall SPD) Denn der olympische Gedanke ist seit jeher Begegnung mit Respekt und mit Toleranz und vor allem Verständnis füreinander. Überall dort, wo Begegnungen passieren, hat man hinterher mehr Gesprächsbereitschaft, aber auch mehr Dialog und vor allem mehr Kompromissbereitschaft. Was für ein schönes Zeichen, vor allem gerade in diesen Zeiten, denn der Wunsch nach Frieden ist, glaube ich, im Moment mit einer der größten. (Beifall SPD) Deshalb auch von mir und meiner Fraktion: Ein klares Ja zu den Olympischen Spielen in Deutschland, Ja zu den Paralympischen Spielen bei uns, und Ja zur Bewerbung der Landeshauptstadt Kiel. (Serpil Midyatli) (Beifall SPD, SSW, vereinzelt CDU und Beifall Lasse Petersdotter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Ich sehe das genauso: Denn wo anders als bei uns in Kiel sollten sie denn stattfinden? Wir können sportliches Niveau auf Höchstebene, auf Goldstandard, wenn ich das mal so sagen darf, und vor allem nicht nur Segeln, sondern auch Rudern und Schwimmen. Wir haben das bereits in anderen Bereichen, ob das der THW Kiel ist, die SG Flensburg-Handewitt beim Handball, Holstein Kiel beim Fußball oder Angelique Kerber im Tennis. Die Liste ließe sich tatsächlich noch weiter fortsetzen. Ich will aber auch exemplarisch ergänzen um Ole Schweckendiek beim Segeln, Kirsten Bruhn, Tanja Scholz und Frieda Hämmerling beim Rudern. Das sind alles großartige Spitzenathletinnen und ‑athleten aus Schleswig-Holstein, und daran wollen wir mit unserer Bewerbung aus Kiel ansetzen. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP, SSW und vereinzelt CDU) Der eine oder andere außerhalb von Schleswig-Holstein fragt sich vielleicht: Kann eine Landeshauptstadt Kiel, kann ein Flächenland wie SchleswigHolstein, können sie tatsächlich solche Großereignisse wie die Olympischen Spiele überhaupt durchführen? Ich sage Ja! Wir beweisen als Kielerinnen und Kieler jedes Jahr während der Kieler Woche: Wir können Großereignisse, wir können großartige Gastgeberinnen und Gastgeber für Menschen aus allen Länderteilen sein, und wir sind bereit! Wir Kielerinnen und Kieler haben mehrfach bewiesen: Wir können große Ereignisse. Ich freue mich sehr, dass es dazu heute auch in der Kieler Ratsfraktion von den demokratischen Fraktionen ein einhelliges Bekenntnis gegeben hat. Auch ich habe mich daran orientiert, als ich sah, dass die Bevölkerung in der Mehrzahl dazu bereit ist. Ich freue mich sehr, dass es gerade auch in schwierigen Zeiten möglich ist, solche Entscheidungen mit der Bevölkerung gemeinsam zu treffen. Ich bin mir sicher, dass die Kielerinnen und Kieler das auch weiterhin so sehen. Was gibt es mehr an Gemeinsamkeiten, wenn so ein Antrag zu den Olympischen Spielen dazu führt, dass Tobias Koch sich sehr stark für bezahlbaren Wohnraum (Tobias Koch [CDU]: Ja, immer schon!) und der Kieler Grünen-Abgeordnete sich für den Bau von Autobahnen einsetzt? (Beifall SPD, FDP und SSW) Mehr Gemeinsamkeiten, verehrte Kolleginnen und Kollegen, gibt es in diesem Fall nicht. Ich bin davon überzeugt, (Zurufe Lasse Petersdotter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] und Lars Harms [SSW]) dass wir bereit sind, die Infrastruktur, die wir selbstverständlich brauchen werden und die seit den 1970er-Jahren steht, klug weiterzuentwickeln, dass wir klug planen werden und dass wir auch nach den Olympischen Spielen, nicht nur wir Kielerinnen und Kieler, sondern auch das Umland und ganz Schleswig-Holstein, auf jeden Fall einen Mehrwert haben werden. Deswegen können wir heute hier gemeinsam den Startschuss geben, denn nicht nur die Athletinnen und Athleten können Goldstandard, sondern auch wir hier im Parlament können, wenn es um das Land und um Kiel geht, Goldstandards setzen – alle gemeinsam. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall ganzes haus)
