Christopher Vogt
Frau Ministerin, nur damit wir hier nicht aneinander vorbeireden: Ich habe nicht gesagt, dass SchleswigHolstein unbedingt erst eigenes Material entwickeln sollen, sondern dass man das Rad nicht neu erfinden muss. Darum geht es im bundesweiten Konzert. Sie sollten nicht gegen etwas reden, das in dieser Form nicht gefordert wurde. Das ist nicht der Punkt. Es muss bundesweit funktionieren. Das ist mir wichtig. – Gut, also dann sind wir gar nicht so weit voneinander entfernt. Dazu sind wir selbstverständlich immer bereit. Sie wissen, dass wir zu den Bundesländern gehören, die gerne im Konzert mit anderen Bundesländern Dinge entwickeln und sich zu eigen machen. Auf KMK-Ebene ist mein Eindruck, dass die Fokussierung auf die zentralen Themen der Bildungspolitik im Augenblick eher die gemeinsame Auffassung ist. Frau Waldinger-Thiering, Sie haben schon fast alles gesagt. Wir müssen uns auf Bildungs- und Chancengerechtigkeit konzentrieren. Wir müssen uns auf anspruchsvolle Leistungen von Schülerinnen und Schülern konzentrieren und auf das Wohlbefinden von Schule. Es geht um die Vermittlung basaler Kompetenzen in Deutsch, in der Sprachvermittlung, in der Mathematik und natürlich bei den digitalen Kompetenzen. Es geht um die Sicherung des Leistungsniveaus, auch des oberen Leistungsniveaus. Es geht um das Sicherstellen des Erreichens der Abschlüsse. Es geht um eine frühzeitige und bessere Diagnostik im Bereich der sonderpädagogischen Förderbedarfe, und es geht um die Sicherung des beruflichen Einstiegs vor allem für geflüchtete Schülerinnen und Schüler. Meine Damen und Herren, es geht natürlich um Demokratiebildung. Auch hier haben Sie uns vieles zu Recht ins Stammbuch geschrieben. Aber lassen Sie uns unseren Schulen den Raum geben, diese Ziele zu erreichen. Ich sage das hier und heute, weil ich auf einer Schulleiterdienstversammlung am letzten Freitag den Schulleiterinnen und Schulleitern versprochen habe, dass ich das in diesem Hause einmal sage. Ich weise darauf hin, dass nicht bei jedem gesellschaftlichen Problem, das neu entsteht – wir haben, weiß Gott, genug in unserem Land –, immer nur die Schulen als Erste gefragt sein können, es zu lösen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Herr Vogt, es bleibt dabei: Finanzielle Bildung ist wichtig. Wir sind gerne bereit, weitere Initiativen hierzu zu unterstützen, die von Dritten in hoher Qualität geliefert werden. Das gilt auch für Fortbildungsangebote in diesem Bereich. Meine Damen und Herren, wir werden uns in den nächsten zweieinhalb Jahren dieser Legislaturperiode auf die Kernkompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler konzentrieren und den Schulen die Möglichkeit geben, sich zu fokussieren. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
