Christopher Vogt
Nur noch Lukas Kilian!) Wie ein guter Freund, man mag gar sagen, wie ein Bruder, kümmert er sich um deren Wohl und Wehe, damit sie nicht vom richtigen Wege abkommt und sich so die vermeintliche Geschichte vom Rotkäppchen wiederholt. Ein Stückchen kann man ihn ja sogar verstehen, wenn seine in einen Antrag gegossene Sorge nicht so ein Unsinn wäre. Dazu komme ich noch, ein wenig Geduld! (Zuruf Lukas Kilian [CDU]) Was für den einen der gute Kumpel oder die beste Freundin, ist für die CDU der Landesparteitag. All die unerfüllten Wünsche, die wahren Gefühle und die Probleme mit dem Koalitionsabschnittsgefährten kann man dort unter seinesgleichen doch einfach am besten diskutieren. (Lukas Kilian [CDU]: Macht ihr das so?) Dabei heraus kommt dann ein Leitantrag, in dem endlich einmal gesagt werden kann, was man mit dem Partner sonst nicht hinbekommt – wie schön! Und eigentlich hätte das ja aus besagten Gründen auch nie das Licht des Landtags erblickt – besser wäre es gewesen –, wenn da eben nicht unser Kollege von der FDP wäre. Gewieft schnappt er sich einen von circa 57 wirklich befremdlichen Punkten aus diesem Antrag und macht daraus einen eigenen. Aus echter Fürsorge oder Freundschaft? – Ich denke nicht. (Heiterkeit FDP) Der verschmähte ehemalige Partner verfolgt einen fast schon teuflischen Plan. (Heiterkeit) Er will Zwietracht säen zwischen dem jetzigen, eher minderglücklichen schwarz-grünen Paar. Das ist eine pfiffige Idee, wäre es nicht so offensichtlich, und man sucht sich ausgerechnet so einen eher minderschlauen Punkt heraus. Na ja, was soll’s? Nun soll also ein Wolfsbestandsmanagement vorbereitet werden, sagt die FDP – und eben auch die CDU, diese aber nur außerhalb des Landtags. Schauen wir uns die Punkte einmal an. Erstens. Es wird die von der EU-Kommission vorgeschlagene Herabstufung des Schutzstatus für den Wolf von „streng geschützt“ auf „geschützt“ begrüßt. – Liebe Kolleginnen und Kollegen, das wird diskutiert. Das ist keinesfalls bereits geplant. Und (Sandra Redmann) wir haben in Schleswig-Holstein ein dynamisches Wolfsmanagement. Falls sich etwas ändern sollte, wird das berücksichtigt werden. Zweitens. Die Landesregierung soll die Einführung eines wirksamen Bestandsmanagements samt schadensunabhängiger Bejagung vorbereiten und dabei die Deiche als wolfsfreie Zonen definieren. – Humbug! Wir haben bisher keinen guten Erhaltungszustand des Wolfes. Nur weil Sie das glauben und hoffen, heißt es nicht, dass es so ist. (Beifall Silke Backsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] und Lasse Petersdotter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Ihr verklausulierter Satz bedeutet, dass Sie sagen wollen, wie viele Wölfe eigentlich so ganz okay sind – ich habe aus konservativen Kreisen gehört: so circa null bis zwei – (Heiterkeit BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und FDP) und dass diese sich nur da aufhalten dürfen, wo man sie nicht hört, nicht sieht und sie eigentlich nur so da sind – sprich: im Zoo. (Beifall Silke Backsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Wenn diese Wölfe dann einfach in ein Gebiet laufen, welches Sie nicht so gut finden, dann dürfen die erschossen werden, so ganz allgemein, aber besonders am Deich. (Beifall und Heiterkeit SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Drittens. Risse durch Hybridwölfe sollen auch als Wolfsriss anerkannt werden. – Sie suggerieren damit, dass es viele Hybride gibt. Das ist nach der bisherigen fachlichen Aussage aber nicht so. Ob man das so pauschal machen sollte, würden wir gern der Einschätzung der Expertinnen aus dem Ministerium überlassen. Wir können das aber gern im Ausschuss diskutieren. Die SPD-Landtagsfraktion ist immer bereit, im Ausschuss und hier über das Thema Wolf zu reden. Ernst gemeinten Vorschläge zum besseren Zusammenleben von Wolf und Weidetierhaltern stehen wir immer offen gegenüber. Aber Überbietungswettbewerbe mit Maßnahmen gegen den Wolf machen wir nicht mit. (Beifall SPD) Lieber Herr Kumbartzky, wenn es wider Erwarten mit dem Bürgermeisteramt nicht so klappt, bin ich zuversichtlich, dass das Land noch einen guten Ranger gebrauchen kann, der die Wölfe vom Deich vertreibt, die Hauke Göttsch vorher nicht erwischt hat, da er noch mit seinen Gänsen und den Kormoranen beschäftigt war. – Vielen Dank. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und SSW)
