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Jasper Balke

GRÜNE 27.09.2024 Sitzungen 20/68

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mich noch einmal zu Wort gemeldet, weil es mir wichtig war, auf einen Punkt einzugehen, den die Kollegin Röttger in ihrer Rede ausgeführt hat. Und zwar geht es mir um die schwer psychisch erkrankten Schülerinnen und Schüler. (Jasper Balke) Wir hatten bei der Anhörung im Bildungsausschuss gehört, welche Schwierigkeiten es gibt, zwischen der Schulsozialarbeit und dem Gesundheitswesen zu kommunizieren und bestimmte Dinge abzusprechen. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal das klarstellen, was ich auch in der Anhörung gefragt beziehungsweise insinuiert habe: Schwer psychisch erkrankte Schülerinnen und Schüler werden nicht im Schulsystem therapiert oder geheilt. Die müssen im Gesundheitssystem behandelt werden. Dort gehören sie hin. (Beifall BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und SSW) Wir können die Lehrkräfte noch so gut psychologisch schulen – das schaffen nur ausgebildete Psycholog_innen, Psychotherapeut_innen, Ärztinnen und Ärzte. (Beifall BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU und SPD) Da geht es dann primär darum, dass gefragt wird: Wie schaffen wir es, zwischen dem Gesundheitswesen und dem Schulsystem bessere Verbindungen zu schaffen? Wir haben im Ausschuss gehört, dass es Schwierigkeiten gibt und dass die Menschen, die in der Psychiatrie arbeiten, zum Teil nicht so viel von den Strukturen im Schulsystem wissen. Im Schulsystem wissen die Leute nicht viel von den Strukturen, die in der Psychiatrie oder in der Psychotherapie bestehen. Hier muss auf jeden Fall nachgebessert werden. (Beifall Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Auch das kam im Ausschuss rüber: Natürlich ist das Gesundheitssystem – gerade was den psychotherapeutischen und psychologischen Bereich angeht – jetzt schon überfordert. Nichtsdestotrotz gibt es einige Stellschrauben, die aktuell schon genutzt werden, unter anderem im Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz, in dem ein sehr klarer Fokus auf die Stärkung der Kinder- und Jugendpsychiatrie gelegt wird, was wichtig ist und was gerade für Schleswig-Holstein eine große Relevanz haben wird. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal den Punkt betonen, den wir im Landtag auch schon beschlossen haben und der aus meiner Sicht immer noch eine Tragödie ist, weil das noch nicht verändert wurde. Das ist die Bemessung der psychotherapeutischen Kassensätze, die auch in Schleswig-Holstein zu einer enormen Unterversorgung im psychotherapeutischen Bereich führt. Das kann nicht sein. Die Kassensätze müssen auf jeden Fall erweitert werden. Wir brauchen mehr Menschen, die schwer psychisch erkrankte Schülerinnen und Schüler therapieren können. (Beifall BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, vereinzelt SPD und SSW) An letzter Stelle möchte ich noch einmal das betonen, was ich auch schon zuletzt hier gesagt habe: Wir haben es in dem Bereich immer noch mit Stigmatisierung und Tabuisierung zu tun. Deswegen noch einmal das, was ich auch in der vergangenen Plenartagung, als wir darüber gesprochen haben, gesagt habe. Diese vier Punkte sind besonders wichtig: Erstens. Psychische Erkrankungen sind normal. Über 50 Prozent der Bevölkerung erkranken einmal im Leben an einer schweren psychischen Erkrankung. Zweitens. Sie sind heilbar. Das ist eine gute Nachricht. Drittens. Man kann bestimmte Dinge tun, die der psychischen Gesundheit guttun. Der Kollege Dirschauer hat auf die Prävention hingewiesen. Hier können wir deutlich mehr machen. Viertens. Psychische Erkrankungen sind kein Ausdruck individueller Schwäche. Das muss man an jeder Stelle sagen. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und vereinzelt CDU)

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