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Christian Dirschauer

SSW 26.09.2024 Sitzungen 20/67

Wir haben ja noch die Landjugend aus Nordfriesland zu Gast, um die Erntekrone entgegenzunehmen. Ich werde also versuchen, mich dafür ein bisschen zu beeilen, sehr gerne sogar. Zunächst, Frau Ministerin: Herzlichen Dank für den Bericht. Es ist gut zu hören, dass sich die Lage geändert hat. Aber auch, wenn sich die Situation am UKSH entschärft hat, sind Engpässe in der pflegerischen Versorgung leider grundsätzlich kein neues Thema hier bei uns. Nicht zuletzt, weil dies sowohl für die stationäre Krankenversorgung als auch für die Altenpflege – auch das ist nicht neu – gilt, halte ich diese Debatte für wichtig, generell und losgelöst vom UKSH. In beiden Bereichen erleben wir seit Jahren, dass Teile oder sogar ganze Bereiche vorübergehend geschlossen oder nicht betrieben werden können, weil das nötige Personal fehlt. Eine solche Situation ist aus meiner Sicht nicht nur ärgerlich, sondern auch inakzeptabel. Mit Blick auf die medizinische Versorgung reden wir nicht über irgendeinen Friseurtermin oder eine Wellnessbehandlung, sondern wir reden über Therapien und Operationen, die im Idealfall den Weg zur Genesung der Patientinnen und Patienten verkürzen und ihr Leiden lindern. Natürlich ist das, was wir im Sommer – wir haben es eben gehört – am UKSH hier in Kiel erlebt haben, ein besonderer Fall. Das Uniklinikum hat als Maximalversorger ohne Frage eine Sonderstellung in unserer Krankenhauslandschaft; das ist auch nahezu in allen Redebeiträgen deutlich geworden. Wenn hier also temporär bis zu zehn der 30 Säle im OP-Zentrum gesperrt waren, dann stimmt mich das nicht nur als Gesundheitspolitiker sehr sorgenvoll. Das muss man so klar sagen, und das hat der Kollege Dr. Garg auch noch mal sehr deutlich gemacht. Auch wenn seinerzeit selbstverständlich nach Dringlichkeit der Eingriffe differenziert wird oder wurde, bedeutet das eine massive Einschränkung der Versorgung. Das ist schlichtweg so; das kann man auch nicht wegdiskutieren. (Beifall FDP und SPD) Diese Tatsache und die gewählten Lösungsansätze, nach denen – das haben wir gehört – Anästhesieärzte pflegerische Aufgaben übernommen haben, lassen an der Stelle wirklich tief blicken. Man kann das unterschiedlich auslegen, Kollege Garg, Kolle- (Christian Dirschauer) gin Pauls. Aber ich denke, wir können hier ohne Übertreibung festhalten, dass wir doch vor erheblichen strukturellen Problemen stehen. Das ist so. Laut Sprecher hat sich der Engpass im konkreten Fall des Uniklinikums Kiel über einen längeren Zeitraum aufgebaut und schlussendlich zugespitzt. Aber wenn wir uns die Situation in anderen Häusern anschauen, stellen wir fest, der Anteil von knapp zehn Prozent unbesetzter Stellen im pflegerischen Bereich ist leider keine Ausnahme. Wir alle wissen doch längst, dass Pflegekräfte nahezu überall im Land händeringend gesucht werden. Spätestens seit der Pandemie kann niemand mehr leugnen, dass weite Teile der Krankenhausversorgung auf Kante genäht sind und viel zu viele Beschäftigte an oder über ihrem Limit arbeiten. Dass außerdem auch schwierige Situationen bis hin zu Schließungen an anderen Standorten zu einem erhöhten Patientenaufkommen bei den verbleibenden Häusern führen, kann kaum verwundern und verschärft diese Problematik logischerweise an der Stelle zusätzlich. Mir ist bewusst, dass sich auch eine Landesregierung kein Pflegepersonal backen kann, das ist klar. Aber aus meiner Sicht sollte man sich auch im zuständigen Ministerium – welches ist es denn jetzt gleich? – intensiver mit der Frage befassen, wie man mehr Menschen für einen Job in der Pflege begeistern kann. Wenn es um verbesserte Rahmenbedingungen in diesem Bereich geht – auch das haben wir gehört –, sind wir natürlich alle aufgefordert, entsprechend auf unsere Kolleginnen und Kollegen in Berlin einzuwirken. Hierfür ist es allerhöchste Zeit, denn sonst wird das, was wir am UKSH gesehen haben, zum Normalfall und die Versorgung damit dauerhaft eingeschränkt. Ein solches Szenario kann wohl niemand ernsthaft wollen, liebe Kolleginnen und Kollegen. Abschließend spreche ich ein ganz herzliches Dankeschön an das gesamte Team des UKSH aus, nicht nur als Abgeordneter hier, sondern auch ganz persönlich als jemand, der im engsten Familienumfeld jemanden hat, der dort regelmäßig aufschlägt. Insoweit kann ich deshalb gut beurteilen, dass dort leistungsstark, gut und sehr empathisch gearbeitet wird. Ganz, ganz herzlichen Dank dafür an das Team des UKSH! (Beifall ganzes Haus) Herausgegeben von der Präsidentin des

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