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Rasmus Vöge

CDU 26.09.2024 Sitzungen 20/67

Nein, ich fange erst einmal an. (Kianusch Stender [SPD]: Das ist der demokratische Ton, von dem wir gesprochen haben!) – Ja, das ist demokratischer Ton. Das ist ja nicht undemokratisch, Nein zu sagen. Ich bitte Sie! (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Natürlich ist die Ansiedlung des schwedischen Batteriestellers die größte Industrieansiedlung der letzten Jahrzehnte in Schleswig-Holstein. Das ist ein großer Erfolg wirklich aller Beteiligten über Parteiund Fraktionsgrenzen hinweg, ob in der Landesregierung, im Landtag oder vor Ort im Kreis Dithmarschen. Da kann man sagen: ein großer Erfolg aller Akteure. (Rasmus Vöge) So ein Bau führt natürlich auch zu großen Veränderungen. Wenn eine Fabrik mit 3.000 Mitarbeitern ein gesamtes – ich nenne das einmal Biotop – mit Zulieferern bis zu 10.000 Mitarbeitern entsteht, bedeutet das Veränderung. (Lachen Sandra Redmann [SPD]) Neue Straßen und Schienenverbindungen werden gebaut, Häuser, Wohnungen, Schulen, Kindertagesstätten. Das verändert die Region. Alle Verantwortlichen – das wissen wir – legen sich kräftig ins Zeug, um den Anforderungen gerecht zu werden und die Entscheidung von Northvolt hier in Schleswig-Holstein für alle zum Erfolg werden zu lassen. Natürlich gehört dazu, dass Northvolt und Zulieferer ihren Fachkräftebedarf nicht nur in Schleswig-Holstein, Deutschland, Europa, sondern darüber hinaus decken werden. Das betone ich an dieser Stelle ausdrücklich: Für diese Ansiedlung und für diese Herausforderung ist Schleswig-Holstein mit dem neu gegründeten Welcome Center wirklich sehr gut aufgestellt. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich will das erläutern. Das Welcome Center hat zwei Zielgruppen. Zum einen werden im Welcome Center Kompetenzen der Bundesagentur für Arbeit, des Landesamtes für Zuwanderung und Flüchtlinge und der WTSH gebündelt. Dort wird Hand in Hand gearbeitet, um Menschen beim Ankommen und beim Berufseinstieg zu unterstützen, und das ist richtig. Die zweite Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen, die eben eine Fach- oder Arbeitskraft aus dem Ausland einstellen möchten oder bereits beschäftigen. Dafür gibt es dort ein umfangreiches Serviceangebot. Hier wird jetzt gesagt: Sieben Stellen sind nicht ausreichend. – Anderswo überlegen wir vor dem Hintergrund der wirklich schwierigen Haushaltslage, ob wir eine oder anderthalb Stellen schaffen können, streichen können. Dann sind sieben Stellen für diesen Bereich ein großer Erfolg für die Unternehmen in Schleswig-Holstein. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nun die Frage: Brauchen wir einen zweiten Standort? – Da sage ich gleich: Wir meinen nein. Denn wer sich dafür interessiert, bei Northvolt zu arbeiten – aus der Praxis für die Praxis –, der geht auf die Homepage der Firma. Wenn Sie das jetzt machen, werden Sie dort über 40 Stellen aus den Bereichen IT, Logistik, Corporate Engineering, Projektmanagement und so weiter finden. Wer grundsätzlich Interesse an Schleswig-Holstein hat – ob als Ingenieur, als sonstige Fachkraft, aus dem Ausland, aus dem europäischen Ausland oder aus den USA, Indien oder Fernost –, der lässt sich doch nicht davon abschrecken, nach Deutschland zu kommen, weil es in einem Abstand von 75 Kilometern zwischen Kiel und Heide keine zwei Standorte eines Welcome Centers gibt. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Andrea Tschacher [CDU]: So ist es! Völlig richtig!) Der ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen berichtete von seinen Reisen nach Asien: Wenn er gefragt wurde: „Wo liegt denn überhaupt Schleswig-Holstein?“, hat er seinen Daumen genommen, auf die Karte gedrückt und dann im Grunde alles von Hannover bis Kopenhagen überdeckt und gesagt, in der Mitte beim Daumennagel, da ist Schleswig-Holstein. Deshalb reicht ein Standort; ein zweiter ist nicht nötig. Wir sollten an dieser Stelle dem Welcome Center viel Erfolg wünschen und die Polemik lassen. Eins ist für uns klar: Es gibt möglicherweise Verbesserungsbedarf. (Zuruf Christopher Vogt [FDP]) Es gibt Verbesserungsbedarf. Lassen Sie uns weiterhin über die Inhalte des Welcome Centers diskutieren. (Beifall CDU, FDP, Silke Backsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] und Lasse Petersdotter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Das sage ich an dieser Stelle für die Koalition zu. Aber eine Organisationsfrage zu einem zweiten Standort – das wollen wir nicht. Deshalb lehnen wir beide Anträge ab, (Widerspruch FDP – Christopher Vogt [FDP]: Schwach!) sagen aber zu, dass wir selbstverständlich gerne bereit sind, weiter über die Inhalte zu sprechen, damit das Welcome Center – das sage ich im Interesse von uns allen, von uns allen in Schleswig-Holstein – auch zukünftig ein Erfolg wird. – Danke. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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