Lars Harms
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Frau Kollegin von Kalben, ich will einmal versuchen, das Missverständnis aufzulösen. Das Erste ist: Sie haben vorhin dargestellt, wenn Menschen dort hinkommen und auf einmal völlig unerwartet ein Feuerwerk illegaler Art abgefackelt wird, dann bekommen Menschen Angst – übrigens nicht nur Geflüchtete, sondern auch Leute, die mit Kindern da sind und weiß der Geier was alles. Das Ziel des Antrages ist es, genau dieses zu verhindern, (Beifall SSW, SPD und FDP) dass also nicht mehr illegal zu Zeitpunkten, die man nicht kennt, in einer Ecke, von der man nicht weiß, wo es ist, und von Leuten, von denen man nicht weiß, wer sie sind, ein Feuerwerk abgefackelt wird, sondern dass es von Leuten, die man kennt, die ausgebildet sind, an Stellen, von denen man weiß, dass es dort passiert, entsprechend durchgeführt wird. Damit kann sich jeder vorbereiten, und jeder kann dann auch sagen, das wird sicher sein. Dass es funktioniert, beweist ja Amerika mit seinen Sportstätten. Die machen das nicht nur im Fußball, sondern auch in anderen Sportarten, wo es sehr beliebt ist. Das ist übrigens der Hinweis darauf, das wird nicht nur auf Fußball bezogen. Aber hier im Antrag reden wir darüber. Was mir noch ganz wichtig ist, ist Folgendes: Sie sagen immer: Warum nur im Fußball? Warum reden wir jetzt immer über die Fußballstadien? In den gleichen Stadien finden Musikveranstaltungen statt, bei denen von den Rockbands kontrolliert Pyrotechnik angewandt wird. (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Das kann ja gar nicht sein!) An der gleichen Stelle (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Nein!) wird alles in die Luft gejagt und Alarm gemacht bis zum Gehtnichtmehr. Da gibt es auch Bands, die sich da sehr hervortun, die ich von der Musikfarbe nicht unbedingt gut finde, aber egal. Also, da sieht man schon, dass da eine Ungleichbehandlung stattfindet. In dem gleichen Stadion dürfen es die Musiker, die Fußballer dürfen es nicht. Da ist es nämlich explizit verboten. Das ist ein richtiges Verbot. Da darf man das nicht. Wenn du Fußballfan bist, darfst du nicht das Gleiche tun wie jemand, der kulturell interessiert ist. Du darfst kein Feuerwerk sehen, und das ist ungerecht. Wenn wir Stadtfeste haben, werden Feuerwerke genehmigt, gar kein Problem – es ist in Ordnung, wenn die Leute das haben wollen –, bei Fußballspielen nicht. Das ist eine Ungleichbehandlung. Da wollen wir zumindest in einem Feldversuch gucken, ob es möglich ist, diese Ungleichbehandlung aufzuheben. Ich finde, das ist (Lars Harms) ein vernünftiger Ansatz. Natürlich ist das auch ein Teil der Fankultur. Es gehört bestimmt dazu; das ist gar keine Frage. Das will ich nicht in Abrede stellen. Aber es ist inzwischen auch ein Teil der Musikkultur. Pyrotechnik gehört zur Musik dazu, auf großen Festivals, in großen Stadien und überall. Wenn die das dürfen, dann sollen Fußballfans das auch dürfen. (Beifall SSW, SPD und FDP)
