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Christopher Vogt

FDP 19.07.2024 Sitzungen 20/65

Macht ja nichts. – Nach Itzehoe ist es noch eine halbe Stunde Fahrtweg. Vertretungslehrkräfte haben auch sehr viel Stress. Die müssen in die Themen reinkommen und an der Schule sein. Ehrlich gesagt, für meine Lebensrealität sind diese Onlineangebote viel näher an ihnen dran. Wir leben in einer digitalisierten Welt. Man hat auch da Möglichkeiten, Probleme anzusprechen. Ich glaube, die Vertretungslehrkräfte haben eine viel größere Bereitschaft, an Onlineangeboten teilzunehmen. 4894 Schleswig-Holsteinischer (Christopher Vogt) Wenn das vereinzelte regionale Themen oder Belange sind, dann stimme ich Ihnen zu. Das ist sicherlich sinnvoll. Ich meine, die FDP ist ja auch Digitalisierungspartei, zumindest selbst ernannte. Ich finde, man sollte die digitalisierten Angebote ernst nehmen. Da haben wir schon sehr große Angebote. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Martin Balasus [CDU]) – Auch jetzt wieder – wie gerade eben – frage ich mich: Habe ich mit irgendeinem Wort gesagt, dass ich die Onlineangebote nicht gut finde? (Serpil Midyatli [SPD]: Nein, haben Sie nicht!) Es geht doch nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch. (Beifall SPD und FDP) Das muss doch verständlich sein. Das muss ja nicht in Wewelsfleth direkt stattfinden, aber es macht doch mehr Sinn, zu gucken, dass die Sachen gebündelt werden, und zu gucken, was benötigt wird. Es muss aber nicht alles in Kiel stattfinden, darum geht es doch. Deswegen lieber Itzehoe als Kiel. Das würde einigen Leuten vielleicht sehr helfen. Meine Damen und Herren, es geht auch nicht nur darum, dass das Land ein ordentlicher Arbeitgeber sein sollte, sondern das Land muss ein eigenes Interesse daran haben, guten Leuten gute Angebote zu machen und somit die Lehrkräftegewinnung, ein ganz großes bildungspolitisches Kernthema, zu verbessern. Man kann ja nicht ständig den zunehmenden Lehrkräftemangel beklagen und dann viele Vertretungslehrkräfte in teilweise fragwürdigen Arbeitsverhältnissen hängenlassen. Die von der Koalition beschlossenen Maßnahmen, auf die Sie ja heute auch wieder abstellen, haben da bisher offenkundig nicht in ausreichender Form gefruchtet. Meine Damen und Herren, beim Thema Lehrkräftegewinnung muss das Land insgesamt noch deutlich flexibler werden, wenn wir die Lücken, die wir zum Beispiel an der Westküste oder auch im Südosten des Landes und bei verschiedenen Mangelfächern bereits heute sehen, schließen wollen. Das gilt zum einen für den Umgang mit Seiten- und Quereinsteigern, das gilt auch für die Form des Studiums. Wir haben ja auch vorgeschlagen, wie andere Bundesländern auf das duale Studium zu setzen. Das wollen Sie ja auch nicht. Auch das Referendariat scheint mir in der heutigen Form nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. (Beifall FDP) Die drei eher kleinteiligen Maßnahmenpakete der Landesregierung zur Lehrkräftegewinnung mögen hier und da für eine Verbesserung sorgen, eine wirkliche Abhilfe schaffen sie aber leider nicht. Meine Damen und Herren, die SPD macht wirklich gute Vorschläge, die Sie heute nicht einfach abbügeln sollten, sondern wir sollten diese weiter ernsthaft diskutieren. Uns wurde heute Morgen kurzfristig ein Koalitionsantrag vorgelegt. Ich muss sagen: Da ist wirklich alles drin: einmal bekräftigen, zweimal begrüßen und sechsmal prüfen. (Beifall FDP, SPD, SSW und Jasper Balke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Kein Wunder, dass das Bildungsministerium ständig die von der Regierungskoalition angeforderten Gesetzentwürfe und Konzepte nicht liefern kann, weil es den ganzen Tag nur dabei ist, irgendwelche Dinge zu prüfen, bei denen dann nichts herauskommt. Im Ernst, meine Damen und Herren: Dieser Antrag macht nichts besser. Er dient nur dazu, kluge Oppositionsvorschläge abzubügeln. So kann man keine Bildungspolitik machen. (Beifall FDP, SPD und SSW) Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien trotzdem schöne Ferien und ganz besonders Monika Heinold für die Zukunft alles Gute. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall FDP, SPD und SSW)

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